pvCheck – systematische Fehlersuche an Photovoltaikanlagen

Unklare Mindererträge, wiederkehrende Störungen oder der Verdacht auf beschädigte Solarmodule? Mit dem pvCheck grenzen wir Fehler in gewerblichen Photovoltaikanlagen und Solarparks systematisch ein. Dabei setzen wir nicht pauschal jedes verfügbare Messverfahren ein, sondern wählen die Untersuchung passend zum Fehlerbild und zur Anlagenstruktur aus.

Unser Ziel ist eine nachvollziehbare Diagnose, auf deren Grundlage Sie über Reparaturen, Gewährleistungsansprüche, Versicherungsfälle oder den weiteren Anlagenbetrieb entscheiden können.

PV-Fehleranalyse anfragen

Fehler finden, statt nur Auffälligkeiten zu dokumentieren

Ein Minderertrag im Monitoring oder eine Fehlermeldung des Wechselrichters zeigt zunächst nur, dass etwas nicht stimmt. Die eigentliche Ursache kann im Modul, im String, in der Verkabelung, an einer Bypassdiode oder an einer anderen Anlagenkomponente liegen.

Gerade bei größeren Photovoltaikanlagen wäre es aufwendig, jedes Modul ohne vorherige Eingrenzung einzeln zu untersuchen. Deshalb gehen wir schrittweise vor: Wir werten zunächst vorhandene Informationen aus, grenzen auffällige Anlagenbereiche ein und untersuchen anschließend gezielt die relevanten Strings, Module oder Komponenten.

Der pvCheck richtet sich an Betreiber, Eigentümer, Asset Manager, Installationsbetriebe und weitere technisch Verantwortliche von gewerblichen Dachanlagen und Solarparks.

 

Wann ist eine professionelle PV-Fehleranalyse sinnvoll?

Eine gezielte Fehlersuche empfiehlt sich insbesondere:

  • bei unerklärlichen oder schleichenden Ertragsverlusten
  • bei Teil- oder Komplettausfällen einzelner Strings
  • bei wiederkehrenden Wechselrichter- oder Anlagenmeldungen
  • bei auffälligen Abweichungen zwischen vergleichbaren Anlagenbereichen
  • nach Hagel oder einem anderen konkreten Schadensereignis
  • bei Verdacht auf Transport- oder Montageschäden
  • zur technischen Dokumentation von Garantie-, Gewährleistungs- oder Versicherungsfällen
  • wenn vorherige Prüfungen zwar Auffälligkeiten, aber keine eindeutige Ursache ergeben haben

Für die unabhängige Prüfung einer neu errichteten Anlage sollte an dieser Stelle auf die separate PV-Inbetriebnahmeprüfung verlinkt werden. Dadurch bleibt die Suchintention dieser Seite klar: Hier geht es um die Diagnose eines bereits vorhandenen Fehlers oder Schadens.

 

So läuft der pvCheck ab

1. Fehlerbild und Unterlagen sichten

Zu Beginn betrachten wir die bekannte Anlagenhistorie und die vorhandenen Informationen. Hilfreich sind insbesondere:

  • Monitoring- und Ertragsdaten
  • Wechselrichter- und Fehlermeldungen
  • String- und Belegungspläne
  • Datenblätter der eingesetzten Komponenten
  • frühere Prüf- oder Wartungsberichte
  • Angaben zu Hagel-, Überspannungs- oder anderen Schadensereignissen

Bereits diese Unterlagen können wichtige Hinweise darauf geben, welche Anlagenbereiche genauer untersucht werden müssen.

2. Auffällige Anlagenbereiche eingrenzen

Je nach Fehlerbild nutzen wir beispielsweise eine Dunkelkennlinien-Analyse oder andere elektrische Messungen, um fehlerverdächtige Strings und Komponenten gezielt zu identifizieren.

Die Vordiagnose reduziert den Untersuchungsaufwand und hilft dabei, die weiterführende Messtechnik dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt wird.

3. Gezielte Messungen vor Ort

Abhängig vom vermuteten Fehler kommen unterschiedliche Verfahren infrage, unter anderem:

  • elektrische Standardmessungen
  • Hell- oder Dunkelkennlinienmessungen
  • Thermografie
  • Rückstromverfahren
  • Outdoor-Elektrolumineszenz

Nicht jede Anlage benötigt sämtliche Messverfahren. Entscheidend ist, mit möglichst geeignetem Aufwand eine technisch belastbare Diagnose zu erreichen.

4. Befunde bewerten und dokumentieren

Nach Abschluss der Untersuchung ordnen wir die gefundenen Auffälligkeiten fachlich ein. Je nach Beauftragung erhalten Sie eine Ergebnisbesprechung, eine schriftliche Dokumentation oder ein ausführliches Gutachten.

 

Outdoor-Elektrolumineszenz: Verdeckte Modulschäden sichtbar machen

Die Outdoor-Elektrolumineszenz ist ein von uns mitentwickeltes bildgebendes Diagnoseverfahren für Photovoltaikmodule. Dabei werden die zu untersuchenden Modulstränge unter kontrollierten Bedingungen bestromt. Eine spezielle Kamera erfasst die dabei entstehende Strahlung im Nahinfrarotbereich.

Auf den Aufnahmen werden Unterschiede zwischen aktiven, geschädigten und vollständig inaktiven Zellbereichen sichtbar. Dadurch lassen sich Fehler erkennen, die bei einer normalen Sichtprüfung nicht oder nur schwer feststellbar sind.

Für hochwertige Aufnahmen wird die Untersuchung in der Regel nachts durchgeführt. Die Methode hat sich inzwischen als Standardverfahren für die detaillierte Zustandsbewertung von PV-Modulen im Feld etabliert.

Typische Fehlerbilder in Elektrolumineszenz-Aufnahmen

Mit der Outdoor-Elektrolumineszenz lassen sich unter anderem folgende Auffälligkeiten untersuchen:

  • defekte oder kurzgeschlossene Bypassdioden
  • Mikrorisse und Zellrisse
  • partiell inaktive Zellbereiche
  • Zellschäden durch Hagel
  • Transport- und Montageschäden
  • potenzialinduzierte Degradation, kurz PID
  • fehlerhaft verschaltete Module oder Modulbereiche

Die Elektrolumineszenz ist dabei kein Universaltest für sämtliche Anlagenfehler. Bei bestimmten Symptomen liefern Kennlinienmessung, Thermografie oder andere elektrische Messungen zunächst die besseren Hinweise. Deshalb wird das Verfahren beim pvCheck in eine systematische Fehlerdiagnose eingebunden.

Das erhalten Sie von uns

Der konkrete Leistungsumfang richtet sich nach Anlagengröße, Fehlerbild und gewünschter Dokumentation.

Ergebnisbesprechung und Bilddokumentation

Sie erhalten die vereinbarten Elektrolumineszenz-Aufnahmen beziehungsweise Messergebnisse sowie eine fachliche Einordnung der festgestellten Auffälligkeiten.

Ausführliche Dokumentation oder Gutachten

Auf Wunsch erstellen wir eine weiterführende schriftliche Dokumentation oder ein ausführliches Gutachten, beispielsweise für:

  • Versicherungsfälle
  • Gewährleistungs- oder Garantieansprüche
  • die Planung weiterer Untersuchungen
  • Reparatur- und Sanierungsentscheidungen
  • die technische Bewertung des Anlagenzustands

Redaktionelle Empfehlung: Sofern betrieblich umsetzbar, sollte auch beim Basispaket eine kurze schriftliche Zusammenfassung mit Befund, Bewertung und nächstem Handlungsschritt enthalten sein. Für einen B2B-Auftraggeber wirkt das deutlich belastbarer als eine ausschließlich mündliche Erklärung.

Unabhängige Expertise für komplexe PV-Fehler

Das pvBuero ist auf die systematische Fehlersuche an Photovoltaikanlagen spezialisiert. Dabei werden Messdaten, elektrische Zusammenhänge und bildgebende Verfahren nicht isoliert betrachtet, sondern zu einer Gesamtdiagnose zusammengeführt.

Matthias Diehl ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Photovoltaik und photovoltaische Anlagentechnik. Das Team verfügt nach eigener Darstellung über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Planung, Ausführung und technischer Beurteilung von Photovoltaikanlagen. Diese Qualifikation sollte auf der Leistungsseite deutlich sichtbar sein und nicht nur auf der Über-uns-Seite stehen.

FAQ-Texte

Was unterscheidet den pvCheck von einer regulären PV-Wartung?

Eine Wartung ist eine wiederkehrende, allgemeine Kontrolle der Anlage. Der pvCheck ist dagegen eine gezielte Fehleranalyse bei einem konkreten Minderertrag, Ausfall oder Schadensverdacht. Ziel ist es, die technische Ursache einer Auffälligkeit zu lokalisieren und zu bewerten.

Kann die Elektrolumineszenz jeden Fehler einer PV-Anlage erkennen?

Nein. Die Elektrolumineszenz eignet sich besonders zur Untersuchung von Solarzellen, Modulen und bestimmten Dioden- oder Verschaltungsfehlern. Andere Ursachen lassen sich besser durch Monitoringauswertung, elektrische Messungen, Kennlinienmessungen oder Thermografie erkennen. Deshalb wählen wir das Verfahren passend zum Fehlerbild.

Muss die Elektrolumineszenz-Untersuchung nachts durchgeführt werden?

Für hochwertige Outdoor-Elektrolumineszenz-Aufnahmen ist eine möglichst dunkle Umgebung erforderlich. Die Messungen finden deshalb in der Regel nachts statt. Der genaue Ablauf wird vorab mit dem Betreiber abgestimmt.

Welche Unterlagen werden für eine erste Einschätzung benötigt?

Hilfreich sind Angaben zu Standort, Anlagengröße, Modulen, Wechselrichtern, Inbetriebnahmejahr und Fehlerbild. Wenn vorhanden, sollten außerdem Monitoringdaten, Fehlermeldungen, Stringpläne und frühere Prüfberichte bereitgestellt werden.

Ist ein Gutachten für die Versicherung möglich?

Ja. Neben einer Ergebnisbesprechung und den vereinbarten Aufnahmen kann auf Wunsch eine ausführliche Dokumentation oder ein Gutachten erstellt werden. Umfang und Fragestellung sollten vor Beginn der Untersuchung abgestimmt werden.

Wovon hängen die Kosten einer PV-Fehleranalyse ab?

Die Kosten richten sich unter anderem nach Anlagengröße, Zugänglichkeit, Anzahl der zu untersuchenden Strings, Qualität der vorhandenen Dokumentation, benötigten Messverfahren und gewünschtem Berichtsumfang. Eine belastbare Einschätzung ist nach Sichtung der wichtigsten Anlagendaten möglich.

Wie stark muss der Betrieb für die Untersuchung eingeschränkt werden?

Das hängt von den eingesetzten Messverfahren und der Anlagenstruktur ab. Für einzelne Messungen müssen Strings oder Anlagenbereiche zeitweise getrennt beziehungsweise kontrolliert bestromt werden. Der Ablauf wird so geplant, dass Eingriffe und Ertragsausfälle möglichst gering bleiben.