Eine klare Perspektive?

Eine klare Perspektive.

Für die Fa. Opel und den Standort Rüsselsheim fordert eine Initiative, getragen von der Stadt Rüsselsheim, dem DGB, dem Gewerbeverein und anderen. Wer könnte da widersprechen? Wer wünscht sich nicht eine klare Perspektive für die bei Opel arbeitenden Menschen und für unsere Stadt Rüsselsheim?

Doch warum geht hier eigentlich eine Aufforderung an die Bundesregierung „zügig im Sinne einer zukunftsorientierten Lösung zu entscheiden“. Opel ist doch ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen. Warum geht die Aufforderung eigentlich nicht an GM in den USA endlich für Klarheit zu sorgen? Mit welcher Begründung wird hier der Staat in die Haftung genommen für ganz offensichtlich zu Tage tretende Managementfehler bei GM und vielleicht auch bei Opel. Wie kann es denn passieren, dass in einem Markt Überkapazitäten von 30% aufgebaut werden ohne dass bei den Unternehmen eine klare Strategie zu erkennen ist wie man zu einer Lösung dieses Problems kommen könnte. Wie kommt es eigentlich, dass man bei GM bis zuletzt auf Geländewagen und Spritfresser gesetzt hat, dass man sich um ökologische Standards nicht geschert hat, dass man die Zeichen der Zeit schlicht ignoriert hat? Ist es wirklich nur die Wirtschaftskrise, die hier ein eigentlich gesundes Unternehmen in ein gefährliches Fahrwasser bringt oder ist es jahrelanges Missmanagement, das nun in der Krise sichtbar wird.

Wo sind die umweltfreundlichen Fahrzeuge des 21 Jahrhunderts, die mit erneuerbaren Energien angetrieben werden, die Spritsparer, die Innovationen, die vielleicht Mobilität einmal ganz anders denken als in 1,6Tonnen schweren Mobilen, die 75 kg Lebendgewicht transportieren.

Eine Schlüsseltechnologie des 21 Jahrhunderts wird die Kraft Wärmekopplung sein, die die Effizienz der Stromerzeugung gewaltig erhöhen kann. Dort kommen in der Regel Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Eigentlich eines der großen Kompetenzfelder der Automobilindustrie. Doch hat man in den Konzernzentralen in Detroit oder Zürich auch nur einen einzigen Gedanken an solche Ideen verschwendet ? Die Antwort ist NEIN. Man hat das „weiter so“ propagiert und ist mit Vollgas auf eine Wand zugefahren.

In dieser Situation eine klare Perspektive ausgerechnet vom Staat zu verlangen, der in der Vergangenheit mit seinen Umweltgesetzen und Auflagen eher als Feind der Automobilindustrie empfunden wurde ist geradezu unverschämt. Und wie sich auch noch ein Gewerbeverein auf diese Formulierung festlegen kann der doch eigentlich den Mittelstand und das Handwerk vertritt ist mir schleierhaft. Jeder Handwerksbetrieb wäre bei einem derartigen Fehlverhalten am Markt längst Pleite, ganz ohne Notruf an den Staat und von der Öffentlichkeit unbemerkt.

Eine klare Perspektive ist notwendig. Für die bei Opel arbeitenden Menschen, für die Automobilstadt Rüsselsheim. Die Aufforderung muss aber nach Detroit und nach Zürich gehen, endlich eine klare Zukunftsvision zu präsentieren, die das viele Steuergeld das dort hinein gegeben werden soll auch wert ist.

Kommentare

  1. Yeap, Du kriegst wahrscheinlich das kalte grausen wenn Du siehst was die Autos hier verbrauchen. Selbst die kleineren Wagen verbrauchen einen Haufen und es hilft nicht dass der Sprit wieder unter $2 pro Gallone ist. GM hofft auf den Volt, hat aber arbeit am Umbau einer Fabrik die die Motoren herstellen sollen wg Geldmangels eingestellt….

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