Isolationsfehler an Photovoltaikanlagen

Ein Thema, dass mir im Zusammenhang mit der Fehlersuche an Photovoltaikanlagen permanent begegnet und über das es hier im pvKnowHow Blog noch keine Artikel gibt sind die Isolationsfehler. Ich möchte daher versuchen, das Phänomen mal möglichst ausführlich in mehreren Artikeln zu beschreiben. Im ersten Durchgang soll zunächst beschrieben werden, was ein Isolationsfehler eigentlich ist, wie man ihn bemerkt und wie man ihn messen kann.  Es sei noch erwähnt, dass es hier vor allem um Isolationsfehler auf der Gleichspannungsseite einer Photovoltaikanlage geht, also um Probleme mit den Gleichstromleitungen und den Solarmodulen. Ich versuche den einleitenden Text so einfach zu halten, dass er vielleicht auch von “Nicht-Technikern” verstanden werden kann.

Bei einer Solarstromanlage werden in der Regel viele Solarmodule in Reihe geschaltet, um zu höheren Spannungen zu gelangen. Jede Reihenschaltung von Solarmodulen nennt man String oder Strang. Zwischen dem Plusanschluss des ersten und dem Minusanschluss des letzten Moduls können dann sehr hohe Spannungen von über 600V anliegen. Die Anzahl der Module ist nicht genormt aber Systemspannungen von über 1000V kommen nur sehr selten vor. Im Idealfall eines intakten Solarmodulstranges fließt im Betrieb ein Strom vom Minusanschluss des Wechselrichters durch den gesamten Modulstrang bis zum Pluseingang des Wechselrichters. Damit nicht aus versehen Ströme auch über die metallische Unterkonstruktion der Module, das Gehäuse des Wechselrichters oder sonstige leitenden Teile in der Nähe der Solarstromanlage abfließen können, werden in Photovoltaikanlagen nur Kabel und Module mit einer guten Isolierung eingesetzt, die dem elektrischen Strom einen sehr großen Widerstand entgegen setzen. Es soll an dieser Stelle nochmal explizit erwähnt werden, dass auch ein sogenannter Isolator den elektrischen Strom leitet. Er tut es nur wesentlich schlechter als Metalle. Es werden also in einem Solarmodul winzige unerwünschte Ströme durch die Einbettungsfolien zwischen denen die Solarzellen im Modul liegen und durch das Modulfrontglas zum Modulrahmen fließen.Das Bild zeigt einen möglichen Fehlerstrompfad an einem Solargenerator mit einem Isolationsfehler

Das Bild zeigt den zweiten möglichen Fehlerstrompfad an einem Solargenerator mit einem Isolationsfehler

Selbst die Solarkabel, die aus Sicherheitsgründen extra doppelt isoliert sind haben keinen unendlichen Widerstand, sondern leiten winzigste Ströme an die Umgebung ab. Die Summe all dieser sogenannten Leck- oder Fehlerströme charakterisieren den Isolationswiderstand des gesamten Systems. Nach dem ohmschen Gesetz ist der Widerstand definiert, als der proportionale Zusammenhang zwischen der angelegten Spannung und dem durch die Spannung verursachten Strom. U = R* I. (U = Urgere = Spannung; R = Resistance = Widerstand; I = Intensität = Strom). Um gefährliche Berührungsspannungen zu vermeiden, müssen die Isolationswiderstände der einzelnen Komponenten möglichst groß sein und dürfen bestimmte Grenzwerte nicht unterschreiten. Im Klartext bedeutet das, dass man bei schlechten Isolationswerten im ungünstigsten Fall bei der Berührung – z.B. des Solarmodulrahmens – einen elektrischen Schlag bekommen kann.  Die IEC 62446 (VDE 0126-23) macht daher aus Sicherheitsgründen folgende Festlegung: Es darf auf der DC (Direct Current = Gleichspannung) ein maximaler Fehlerstrom von 1mA fließen. Bei einer Systemspannung von 1000V muss der Isolationswiderstand daher mindestens 1MOhm (Megaohm) groß sein. Die beiden Prinzipschaltbilder zeigen mögliche Fehlerströme bei einem Isolationsfehler.

Wie kann man nun den Isolationswiderstand eines Solargeneratorstranges überprüfen ?
Um die Qualität aller Isoliermaterialien zu überprüfen gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Man schaltet zunächst den Solargenerator frei, trennt also sowohl die Plusleitung als auch die Minusleitung vom Wechselrichter. Falls es im Gleichspannungskreis Überspannungsableiter (SPD = surge protective device) gibt, z.B. in einem Gleichstromanschlusskasten (GAK) müssen diese entfernt werden. Dann verbindet man den Minusleiter mit einem Isolationsmessgerät, dessen Erdungsanschluss an das Gehäuse des Wechselrichters oder irgend einen anderen metallischen Punkt in unmittelbarer Nähe angeschlossen wird. Wichtig ist natürlich, dass dieser metallische Punkt mit dem zentralen Potenzialausgleich des Gebäudes verbunden ist und dass auch die Unterkonstruktion des Solargenerators mit diesem Potenzialausgleich verbunden ist. Das Isolationsmessgerät legt dann die Prüfspannung (meist 1000V) zwischen dem Minuspol des Solargeneratorstranges und Erde an und misst gleichzeitig den Strom, der dann zu fließen beginnt.

Messung des Isolationswiderstandes eines Solargenerators. Variante 1: Es wird eine Spannung von 1000V an den Minus des Solargenerators gegen Erde angelegt

Bei der dritten Variante, die am weitesten verbreitet ist wird zunächst der Solargeneratorstrang kurzgeschlossen. Dann wird der Kurzschlusspunkt mit +1000V (oder -1000V) des Isolationsmessgerätes und dessen Referenzpunkt wieder mit Erde verbunden. Das nachfolgende Systemschaltbild zeigt diese Messanordnung.

 

Messung des Isolationswiderstandes eines Solargenerators. Variante 2: Es wird eine Spannung von 1000V an den kurzgeschlossenen Solargenerator gegen Erde angelegt

Nach diesem Prinzip arbeitet das in der PV-Branche weit verbreitete Messgerät vom Typ Benning PV-1-1. Durch die Messung des Fehlerstromes, der in den Skizzen oben rot dargestellt ist, kann das Isolationsmessgerät dann mit Hilfe des ohmschen Gesetzes (Riso = 1000V/Iiso) den Isolationswiderstand ausrechnen und anzeigen. Wie weiter oben bereits erwähnt sollte dieser Widerstand bei Systemspannungen von bis zu 1000V, wie sie bei Photovoltaikanlagen üblich sind, niemals unter 1MOhm pro Modulstrang liegen. Damit ist sichergestellt, dass es nicht zu gefährlichen Berührungsspannungen kommen kann.

Kommentare

  1. Zu diesem Thema habe ich eine Frage:
    Ich betreue derzeit ein Fotovoltaiksystem mit einer Gesamterzeugungsleistung von 39 kW.
    Konfiguration wie folgt:
    2 Großwechselrichter a`20 kW mit je 2 Leistungsteilen.
    WR 1 belegt mit 5 Strings a 15 Modulen.
    WR 2 belegt mit 6 Strings a 14 Modulen.
    In den Stringleitungen sind jeweils am Dacheintritt GAKs mit DC-Lasttrennschaltern mit Lichtbogenüberwachung und DC-ÜSS-Modulen angeordnet.
    Problem:
    Ein Teil der DC-Lasttrennschalter mit Lichtbogenüberwachung löst regelmäßig aus; immer die gleichen Geräte – verteilt auf beide Wechselrichter.

    Kontrolle der Isolationsüberwachungseinrichtungen der WR:
    WR 1 zeigt 91.25 MOhm
    WR 2 zeigt 466,70 MOhm

    Frage:
    Liefert die Isolationsüberwachungseinrichtung des WR einigermaßen brauchbare Werte bzgl. Meßgenauigkeit, etc im vergleich zu einem professionellen Meßgerät.

    Welche Rückschlüsse lassen sich aus der großen Abweichung der beiden Widerstandsmeßwerte bei relativ gering unterschiedlicher Teilgeneratorgröße ableiten?

    Mit freundlichem Gruß

    Klees Michael

  2. Sehr geehrter Herr Klees,

    Ich bitte um Ihr Verständnis, dass im Rahmen dieses Forums nur allgemeine Fragen beantwortet werden, die für die Allgemeinheit von Interesse sind und keine individuellen Fragen zur Lösung von Problemen, die der Fragensteller seinem Kunden anschließend in Rechnung stellt. Wenn Sie Unterstützung in Form unserer Dienstleistungen benötigen, können Sie uns gerne eine mail mit weiteren Informationen zur Anlage senden. Dann erstellen wir Ihnen ein auf Sie zugeschnittenes Angebot.

  3. Ist es denn realistisch, dass Ströme über die metallische Unterkonstruktion abfließen, wenn diese gar nicht mit “Erde” über einen metallischen Leiter, sondern nur über den Dachstuhl verbunden sind?

    1. Wenn es sich nur um einen einzigen Fehler handelt gibt es diese Möglichkeit:
      Mit einem Amperemeter das dazu in der Lage ist im unteren µA Bereich zu messen misst man zunächst den Strom von Plus gegen Erde und dann in einer zweiten Messung den Strom Minus gegen Erde.
      Über das Verhältnis der Ströme lässt sich die Lage des Fehlers bestimmen. Ich schreibe bei Gelegenheit mal einen Blogartikel zu dem Thema.
      Gruß Matthias Diehl

    1. Sehr geehrter Herr Massimiliano,
      die Wechselrichter verfügen über eine Isolationsüberwachung, die bei Unterschreiten des Grenzwertes den Wechselrichter vom Netz trennt.
      Der DC Kreis wird in der Regel nicht unterbrochen.
      Gruß Matthias Diehl

      1. Hallo,
        m.E. hat ein TL Wechselrichter keine permanente Isolationsüberwachung, Isolationsmessung wird nur bei Start durchgeführt. Im laufenden Betrieb ist keine überwachung möglich.

  4. Sehr geehrter Herr Diehl,

    zur Antwort auf die Frage von G.Altmann:
    wie soll das (niederohmige Ampere-Meter) vom Plus- (oder Minus)-Pol gegen Erde geschaltet werden?
    Gruß Gustav Demski

    1. Einfach das Pluskabel des Messgerätes mit dem Plus bzw. dem Minus des Solargenerators verbinden und das andere Messkabel ans Untergestell oder irgendein geerdetes Metallteil halten. Dabei ist Vorsicht geboten und der jeweils andere Pol muss in der Luft hängen, damit man nicht versehentlich den Solargenerator kurzschließt und beim anschließenden öffnen der Verbindung einen Lichtbogen zieht. Solche Messungen dürfen nur von ausgebildeten Solarteueren bzw. Elektroinstallateuren durchgeführt werden, die genau wissen was sie tun…

  5. Sehr geehrter Herr Diehl,
    meine PV-Anlage wurde 2010 installiert. Schon 2011 gab es Isolationsprobleme bei feuchter Witterung, so dass die Anlage abschaltete. Der Installateur gab den Wechselrichtern (Mastervolt) die Schuld. Er installierte auf meine Kosten einen neuen Kostal Wechselrichter. Die Probleme sind seither eher größer. Auf meine Reklamationen reagiert er überhaupt nicht mehr. Was kann ich unternehmen? Die Verluste sind zu hoch.

    1. Sehr geehrter Herr Hölz,
      wenn beide Wechselrichter einen Isolationsfehler melden ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Solargenerator ein ISO Fehler vorliegt.
      Suchen Sie einen Installateur in Ihrer Nähe, der mal eine ISO Messung macht. Das kann man z.B. mit dem Messgerät von Benning vom Typ PV-1-1 machen.
      Wenn klar ist in welchem Strang der ISO Fehler liegt, muss man ihn noch lokalisieren. In vielen Fällen handelt es sich um ein defektes Modul oder ein beschädigtes Kabel. Manchmal liegen auch die Steckverbinder irgendwo im Wasser.
      Viel Grüße
      Matthias Diehl

    1. Wenn man – wie wir – nachts raus fährt schon. Tagsüber stehen die DC Leitungen ja immer unter Spannung. Damit kommen viele konventionelle ISO-Messgeräte nicht zurecht. Die meisten Installateure verwenden das Benning PV-1-1 für die Isomessungen. HT Instruments hat auch ein entsprechendes Gerät.

  6. Hallo Herr Diehl.
    Ich habe das Problem , das die Photovoltaik Anlage wenn diese im Betrieb ist ,Spannung auf mein Blechdach gibt.
    Die Solarfirma meinte ich muss einfach eine Erdung an das Dach bauen.
    Kann ich noch verlangen das diese mir noch eine Isolation Messung vornehmen?
    Die Spannung ist Momentan 30 -40 V
    , wird diese denn größer je höher die Sonne steht.
    Danke schon mal im voraus.

    1. Hallo Herr Minkwitz,
      es handelt sich wahrscheinlich um eine kapazitive Kopplung zwischen der PV-Anlage und Ihrem Blechdach.
      Das Dach muss in jedem Fall geerdet werden. Dann muss eine Isolationsprüfung z.B. mit dem Benning PV-1-1 erfolgen, bei dem der Isolationswiderstand der Modulstränge überprüft wird.
      Das schreibt die DIN EN 62446-1 sinnvollerweise so vor.
      Gruß Matthias Diehl

  7. Sehr geehrter Herr Diehl

    ich schreibe Ihnen aus Spanien wo meine vor etwa fünf Jahren installierte PV Anlage (1 Strang, 8 Module a 180Wp) nur noch knapp 60% der ursprünglichen Leistung liefert. Ich vermute Fehler in einem oder mehreren Modulen (z.B Bypassdioden?). Die gemessenen Stromstärken auf der Minus- und Plusleitung unterscheiden sich um ca. 40 %. Sollte die Stromstärke nicht den gleichen Betrag haben? Weist dies auf den möglichen Fehler im Generator hin? Vielen Dank im Voraus

    1. Sehr geehrter Herr Gröger,
      der Strom in der Plus- un in der Minusleitung müssen absolut identisch sein. Ansonsten würde ein sehr großer Strom gegen Erde abfließen. Gibt es in Ihrem System keine Isolationsüberwachung ?
      Gruß nach Spanien
      Matthias Diehl

      1. Vielen Dank für Ihre prompte Antwort. Herr Diehl.

        Die Isolationsüberwachung erfolgt im Wechselrichter (Mastervolt XS4300), der aber keinen Fehler meldet. Interessanterweise habe ich heute bei neuerlicher Messung bei sehr starker Insolation keinen Unterschied feststellen können. Die letzte Messung wurde bei nur sehr geringer Bestrahlung durchgeführt. Ich werde das weiter beobachten und darüber hinaus bei nächster Gelegenheit die Module einzeln durchmessen, um die Ursache für den Leistungsabfall zu finden. Nochmals vielen Dank.

        1. Ist denn die Unterkonstruktion korrekt geerdet und hat das gleiche Potenzial wie das Gehäuse des Wechselrichters ? Ansonsten kann die ISO Überwachung nicht funktionieren.
          Der Isolationswert (Insulation) hängt in der Regel nicht von der Sonneneinstrahlung (Insolation) ab.
          Gruß Matthias Diehl

          1. Vielen Dank, Herr Diehl.

            Ob die Erdung des Generators intakt ist und gleiches Potential wie das Wechselrichtergehäuse hat, muß ich prüfen. Ich melde mich gegebenenfalls wieder.

            Beste Grüße

            JRG

  8. Sehr geehrter Herr Diehl,

    Ich habe einen String mit geringen Isolationswerten (14 Module).
    Die Messwerte sind folgende:
    kompletter String ohne Zuleitung zum Wechselrichter = 1,3 MOhm
    Einzelmessung jedes Modul = alle 14 Stück über 130 MOhm

    Wie kann dieser niedrige Isolationswiderstand des kompletten Strings entstehen wenn alle Module eine Iso-Wert von über 130 MOhm haben?

      1. Das Verbindungskabel von Plus bzw. Minus zum Messgerät Benning PV1-1 hat einen Isolationswert von 80 MOhm.
        Die Steckverbindung MC4 von Modul zu Modul ist trocken und hat keine Verbindung zur Unterkonstruktion !
        Mein erster verdacht war ja das die Module zur Unterkonstruktion durchschlagen da das Problem bei hoher Feuchtigkeit öfters auftritt. Aber die Einzelmessung der Module wiederspricht der ganzen Sache irgendwie. ?!?!

  9. Frage jetzt auch mal.
    An meinem PowerOne 3600 (2 Strings mit jeweils 360V gemessen),
    erscheint jetzt auch im Display Riso <5000MOhm, und die rote Störungslampe leuchtet (also WR abgeschaltet).
    Funktionierte viel Jahre einwandfrei, bis jetzt die Fehlermeldung kam.
    DC Trennschalter habe ich getrennt, und die Spannung an beiden Strings mit je 360V gemessen (das passt ja).
    Wenn ich dann die Strings einzeln in Betrieb nehme kommt genauso die gleiche Fehlermeldung Riso und rote Leuchte, als wenn ich beide einschalte.
    Dann müsste ja auf beiden Generatorfeldern ein Iso Fehler vorliegen.

    Die Unterkonstruktion der Module ist nicht geerdet.

    Wie kann ich jetzt vorgehen um den Fehler einzugrenzen.
    Ich habe ein altes Unigor Multimeter Messgerät, damit kann ich bis 6mA Ströme messen kleiner nicht.

  10. Sehr geehrter Herr Diehl,
    Wir haben seit 2012 eine PV-Anlage mit 2 Strings, mit 23 Modulen =
    5.635 kWp und einem Wechselrichter Kostal Piko 5.5.
    Der Wechselrichter zeigt immer im Winter bei Minustemperaturen
    Isolationsfehler ( rot) an . Im Laufe des Tages schaltet die Anlage auf grün und sie produziert wieder. In anderen Jahreszeiten und auch bei Regen läuft die Anlage immmer ohne diese Fehlermeldung. Wie kann mann die Ursachenfindung angehen, denn unser Fachmann erscheint mir ziemlich
    hilflos. Ich wäre für Ratschläge sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerhard

    1. Hallo,
      die erste Maßnahme sollte sein, eindeutig zu identifizieren, ob der ISO Fehler von den Solarmodulen oder vielleicht vom Wechselrichter selbst kommt.
      Man muss an kalten Tagen, an denen der Fehler auftritt mit einem Isolationsmessgerät anrücken. Am Besten Vormittags. Wenn der Fehler an den Solarmodulen nachgewiesen werden kann, muss man sehen, ob es ein niederohmiger oder ein hochohmiger Fehler ist. Ich vermute in Ihrem Fall einen hochohmigen Fehler.
      Die Lage solcher Fehler kann man ermitteln in dem man mit einem Amperemeter Ströme von Plus gegen Erde und von Minus gegen Erde misst. Über das Verhältnis der Fehlerströme lässt sich die Lage des Problems meistens ermitteln. Dafür braucht man ein wenig Erfahrung und die entsprechende Messtechnik. Falls Ihr Installateur die nicht hat, können Sie ihm ja mal eines unserer Fehlersuche Seminare empfehlen. Dort werden solche Dinge im Detail besprochen…
      Gruß Matthias Diehl

      1. Hallo Herr Diehl,
        habe mich sehr über Ihre rasche Antwort gefreut.
        Es hört sich für mich als Laie zielgerichtet und fundiert an.
        Jetzt werde ich Ihre Vorgehensweise meinem Fachbetrieb weitergeben.
        Bin sehr gespannt!
        Ich werde Sie hier wieder informieren.
        Vielen Dank Vorab.
        Mit freundlichen Grüßen
        Gerhard

    2. Hallo,
      ich habe eine Anlage mit ibc Modulen und dem Piko 5.5 seit sechs Jahren in betrieb und von anfang an das gleiche Problem.
      mein Solarteur konnte mir bisher nicht helfen.
      heute habe ich um 14.00 String 1 vom Piko getrennt und die anlage ging ans Netz.
      bisher war der Fehler immer in beiden Strings gleichzeitig.
      25 Module a 235 W
      String 1 mit 17 Module
      String 2 mit 8 Module
      keine Verschattung
      wenn jemand einen Tip geben kann wäre auch ich dankbar

      1. Hallo Herr Wagner,
        bitte haben Sie Verständnis, dass wir hier nicht beliebig viele Einzelfragen kostenlos beantworten können. Es gilt das Gleiche wie oben gesagt. ISO Prüfungen machen und den Fehler dann wie im Artikel beschrieben systematisch suchen.
        Oder eben einen Fachmann hinzu ziehen.

        Gruß Matthias Diehl

  11. Hallo Herr Diehl,
    Wie ich das so sehe sind Sie ein richtig guter Fachmann in diesem Gebiet, daher meine Frage an Sie:
    Wenn Wechselrichter immer bei Feuchtem und nebligem Wetter Isolationsfehler anzeigen und somit nicht in betrieb gehen, welche Auswirkungen kann dies für die Gebäude Unterhalb haben? Habe Angst das durch die PV auf dem Dach eventuell meine Stallungen und Hallengebäude in Brand geraten könnten. Kann dies der Fall sein oder meinen Sie das da keine Gefahr besteht. Zur Erläuterung: die Dachflächen wurden an einen anderen Vermietet und ich sehe ständig diese Fehlermeldungen an dessen Wechselrichtern. Würde mich freuen wenn Sie mir eine Antwort geben könnten. Danke

    1. Hallo Herr Tober,
      Isolationsfehler stellen in aller Regel nicht unmittelbar eine Brandgefahr da. Man sollte sie aber auch nicht einfach ignorieren.
      Ich habe bisher folgende Ursachen erlebt:
      defekte Modulglasscheiben, Steckverbinder die im Wasser liegen, Modulkabel die abgequetscht sind und Verbindung zum Untergestell haben.
      Bei Steckern die im Wasser liegen, kann der Kontakt zwischen den Steckern korrodieren und irgendwann kann der ganze Stecker abbrennen.
      Sie sollten also den oder die ISO Fehler unbedingt lokalisieren und beseitigen lassen. Wie es geht habe ich ja hier im Blog erklärt.
      Gruß Matthias Diehl

  12. servus Herr diehl ich habe eine 39 kw anlage seid 2007 lief bis jetzt einwandfrei war blos mal ein hauptschalter defekt.
    jetzt sind auf einmal 2 wechselrichter auf erdung SMA 7000 u.5000 .der instalateur war da WR waren nicht defekt denn 5000 hat er wieder hinbekommen beim 7000 wurde 1 string weggelassen .Der installateur sagte bis ich den fehler finde muss ich die ganzen module von dem string durchmessen vieleicht sogar abbauen.meine frage kann man das nicht anders messen.
    gruss wild

  13. Hallo Herr Diehl,
    einer meiner Wechselrichter geht auf Störung Isolationsfehler. Mit dem Benning PV 1-1 habe ich an einem String 1,79 MOhm R Iso gemessen. Laut Ihrem Artikel müsste das ausreichend sein, da größer 1 MOhm. Der Wechselrichter (Powador 10.0TL3) ist ja auf 200 kOhm voreingestellt. Also dürfte keine Störung auftreten, oder habe ich hier einen Denkfehler bzw. Ihren Artikel nicht richtig verstanden?

    Vielen Dank im Voraus.
    Nollenberger

    1. Sehr geehrter Herr Nollenberger, man muss immer berücksichtigen wann gemessen wird und wie lange gemessen wird. Der Isolationswiderstand eines PV-Modulstranges ist sehr stark von der Feuchtigkeit auf den Modulen abhängig. Man misst daher extrem unterschiedliche Werte bei Trockenheit gegenüber Messungen die bei Regenwetter durchgeführt werden. Außerdem hat jeder Strang eine parasitäre Kapazität gegen Erde, so dass man immer ein RC Glied misst mit veränderlicher Zeitkonstante. Wenn nun der Wechselrichter mit einer anderen Messdauer misst, kann es durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Wenn man 1,79MOhm misst, kann man ziemlich sicher sein, dass hier schon etwas nicht in Ordnung ist. Normal sind Werte zwischen 50MOhm und 150MOhm. Oft auch noch höher.
      Matthias Diehl

  14. Sehr geehrter Herr Matthias Diehl,
    wegen eines Isolationsfehlers (Riso Low 0,49 Mega-Ohm) wurde meine PV-Anlage instandgesetzt. WR funktionsfähig. 26 Module a. 180 W auf 2 Strings a. 13 Module. Erstinbetriebnahme 06-2010. Ein String war defekt. Alle 13 Module dieses Strings wurden vom Fachbetrieb abgebaut einzeln durchgemessen, 3 Module waren defekt. Die Zuleitungen zum WR wurden nach Messung für fehlerfrei befunden. Der String wurde ohne die defekten Module erneut installiert und die Anlage nahm den Betrieb wieder auf. Der WR Power One 4.2 führt vor jeden Start eine komplette Messung der Anlage durch. Vor der Reparatur zeigte das Wechseldisplay das Messergebnis 20 und mehr Mega Ohm an. Seit der Reparatur werden vom WR täglich unterschiedliche Mega Ohmwerte zwischen maximal 17 und 8,50 Mega Ohm gemessen/angezeigt und ich befürchte, dass sich Werte wieder in den Fehlerbereich absenken könnten. Die ebenfalls gemessenen Werte des WR (V,A und Hz) liegen im Toleranzbereich. Der Solarteur ist ziemlich ratlos. Ich bitte Sie um Ihren kompetente Einschätzung.
    Herzlichen Dank im Voraus
    und freundliche Grüße
    Josef Travnicek

    1. Das die Isolationswerte je nach Wetterlage variieren ist durchaus normal. Bei feuchtem Wetter sind die Werte immer deutlich niedriger. Der Wechselrichter schaltet erst ab, wenn es zu Werten unter 1 MOhm kommt. Ich würde die Sacher erstmal weiter beobachten.
      Gruß Matthias Diehl

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte geben Sie folgende Zeichen ein: *