Das Mitmachprinzip als Grundpfeiler der Energiewende

Die Ohnmacht beim Anblick der Bilder des außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerkes Fukushima in Japan lehrt uns zwei Dinge. Erstens muss die Energiewende weiter beschleunigt werden und es sollte alle Anstrengung in einen schnellen Umbau unserer Energiesysteme auf Erneuerbare Energien gesteckt werden. Zweitens darf die Energieversorgung der Zukunft nicht wenigen großen Energiekonzernen überlassen werden.

Das bei der Photovoltaik erprobte Mitmachprinzip als Erfolgsgarant

Ein wesentlicher – und bisher kaum diskutierter – Aspekt des deutschen EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) ist “das Mitmachprinzip”. Im Gegensatz zu den Fördermodellen anderer Länder (z.B. Spanien) wurde der Bau von Photovoltaikanlagen in Deutschland nicht wenigen Großinvestoren und Stromkonzernen überlassen, die hinter verschlossenen Zäunen auf großen Freilandflächen Photovoltaikparks aufgebaut hätten. Photovoltaikanlagen findet man heute in Deutschland in jeder Stadt auf jedem Dorf, auf Schulen, auf Kirchen, auf Rathäusern. In jedem Gemeindeparlament, in jedem Kreis- und Landtag sitzen inzwischen Menschen, die die Technik – auf dem eigenen Dach – kennengelernt haben. Man kann sich sozusagen ein Bild aus erster Hand über die Möglichkeiten und natürlich auch die Grenzen dieser Technologie machen. Das schafft Transparenz, das schafft Vertrauen, aber auch das nötige Urteilsvermögen, um zu wissen über was man spricht, wenn man Energiepolitik diskutiert.

Ich halte es für dringend erforderlich, dieses Prinzip auch bei der Entwicklung der nächsten Technologieschritte zur Erreichung der Energiewende beizubehalten. Wir sollten nicht darauf warten bis ein “gütiger Energiekonzern” die Speichertechnologien, die Effizienzsysteme oder die Netzintelligenz entwickelt, die zur Netzintegration unserer Photovoltaikanlagen notwendig sind. Dann würden wir ewig warten. Davon abgesehen entstehen neue Technologien und Ideen am besten dann wenn ein innovatives, zielorientiertes Klima geschaffen wird und in vielen kleinen Unternehmen, anstatt in wenigen großen nach Lösungen gesucht wird.  Was wir brauchen sind stromerzeugende Heizungen, dezentrale Speicher und intelligente Netze. Es gilt jetzt das Erneuerbare Energien Gesetz so weiterzuentwickeln, dass diese Technologien in den Heizungskellern unserer Schulen, Rathäuser, Kirchen und natürlich auch in den Kellern unserer Häuser installiert werden und nicht in großen Industrieanlagen der Stromkonzerne hinter hohen Mauern und Stacheldrahtzäunen. Um das Trauma des Atomenergiezeitalters endgültig zu überwinden braucht es nicht nur neue Energietechniken, sondern auch eine neue Form der Transparenz von Technik.

Kommentare

  1. Hallo,
    sehr guter Beitrag . Ich finde es zudem wichtig , mal auf die zusätzlichen Möglichkeiten einer Photvoltauikanlage hinzuweisen. Viele wissen gar nicht, dass es mit einer solchen Anlagen möglich ist sein Auto zu tanken sofern es den elektrisch angetrieben wird. Ich stelle mir gerade vor, welche Einsparungen möglich sind wenn in einigen Jahren der Schulbus mit Strom von der eigenen Anlage vom Dach der Schule angetrieben wird. Das sind schon interessante Dinge, die auf uns zukommen könnten.Zu E-mobilty und Photovoltaik kann man auch auf http://www.soolx.com erfahren
    Gruß Vilsa

  2. Diesen Artikel haben Sie sehr schön geschrieben. Vielen Dank dafür. Wir stimmen Ihnen da zu, Transparenz ist sehr wichtig. Leider wollen die Unternehmen ja wettbewerbsfähig bleiben und ihre Milliardengewinne behalten. Der Staat unterstützt das ja auch. So bleibt uns also nur zu hoffen, dass die Regierung langsam merkt, wie viel Kraft von uns Bürgern ausgeht und dass wir da einiges mitzuentscheiden und zu entwickeln haben. Deswegen auch ein sehr motivierender Artikel. Weiter so!
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte geben Sie folgende Zeichen ein: *