Der Bypassdiodencheck (Teil 1)

In fast allen Solarmodulen sind sogenannte Bypassdioden eingebaut. In kristallinen Modulen sind es in aller Regel 3 Stück, die in der Anschlussdose sitzen und bei Bedarf jeweils ein Drittel des Modules überbrücken können. Die Hauptaufgabe dieser Dioden ist der Schutz der Solarzellen vor Überhitzung bei Teilverschattung. Außerdem helfen Sie in Kombination mit dem richtigen Wechselrichter dabei, auch bei teilverschatteten Dächern die Ertragsverluste zu minimieren. Davon war hier im Blog bereits einige Male die Rede. In diesem Artikel möchte ich nun beschreiben, wie man überprüfen kann ob in einem Solargenerator noch alle Bypassdioden in Ordnung sind, welche Fehler an den Dioden auftreten können und wie man sie zielsicher aufspüren kann. Im ersten Teil des Artikels geht es um fehlende Bypassdioden und im zweiten Teil beschreibe ich dann den Fall mit kurzgeschlossenen Bypassdioden. Der Artikel richtet sich an Fachpublikum und dürfte für “Technikmuffel” eher nicht geeignet sein.

Stromfluss durch ein Solarmodul mit defekter BypassdiodeEs kommt immer mal wieder vor, dass in einem Solargenerator eine Bypassdiode defekt ist. Da die Bypassdioden erst in Aktion treten wenn der Solargenerator verschattet wird, bleiben defekte Bypassdioden in der Regel  zunächst unentdeckt. Es gibt wie in der Einleitung bereits angedeutet zwei Schäden, die eine Bypassdiode ereilen können, die jeweils ein unterschiedliches Fehlerbild zeigen. Im ersten Fall leitet die Bypassdiode überhaupt keinen Strom, also weder in die eine, noch in die andere Richtung. Das ist immer dann der Fall, wenn entweder gar keine Diode eingebaut wurde, wenn die Diode nicht richtig kontaktiert ist oder wenn die Diode durch einen zu großen Strom zerstört wurde. In diesem Fall bemerkt man als Anlagenbetreiber zunächst nichts. Erst wenn das betroffene Modul verschattet wird, wird der Strom des gesamten Stranges auf den Strom der verschatteten Zelle absinken oder, wenn der Wechselrichter die Spannung stark genug absenken kann, wird die Zelle zum Verbraucher. Im Normalfall, würde sie nur die Spannung der unverschatteten Zellen ihres Teilstranges aufnehmen müssen. Bei weiter ansteigender negativer Spannung an der verschatteten Zelle würde die Bypassdiode leitend werden. Nun, wenn die Bypassdiode defekt ist, kann diese nicht eingreifen und die Zelle bekommt immer mehr negative Spannung, bis sie schließlich durchbricht. Mit “Durchbruch” ist hier nicht ein mechanisches Brechen gemeint, sondern der Punkt auf der Kennlinie einer Diode, an dem sie auch in Sperrrichtung leitend wird. Bei einigen Dioden (Zener Dioden) wird dieser Effekt genutzt um stabile Spannungen in Elektronikschaltungen zu erreichen. Bei vielen anderen Dioden ist dieser Effekt aufgrund der hohen Verlustleistung mit ihrer Zerstörung verbunden. Solarzellen halten diesen Durchbruch zwar kurzzeitig aus, werden aber so warm, dass bei längerem Betrieb eine Schädigung nicht ausgeschlossen werden kann. Die negative Spannung, bei der eine Solarzelle durchbricht liegt bei etwa 14V.  Daher werden auch nie mehr als 24 kristalline Zellen zu Zellteilsträngen zusammen gefasst, denn 23 unverschattete Zellen liefern etwa 0,55V*23 = 12,77V. Die teilverschattete Zelle kann daher bei den unverschatteten Zellen die Leerlaufspannung erzwingen und dadurch verhindern, das ein zu großer Strom durch sie hindurch fließt. Wenn denn die Bypassdiode noch in Ordnung ist…

Um eine defekte Bypassdiode aufzuspüren, muss man den Solargenerator – am besten Nachts – vorwärts bestromen. Man schließt also ein Netzteil an, dass versucht Strom durch die Solarzellen hindurchzutreiben. Da die Zellen Nachts keinen Strom liefern können, werden die Bypassdioden aktiv und leiten den Strom an den Solarzellen vorbei. Wenn Sie noch in Funktion sind… Wenn eine Bypassdiode defekt ist, fließt zunächst kein Strom.  Bevor man den Test macht, muss man wissen wie viele Solarmodule in dem zu untersuchenden Strang in Reihe verschaltet wurden und wie viele Bypassdioden jedes Modul hat. Diese Zahl multipliziert man dann mit 0,4V und erhält die Spannung, bei der die Bypassdioden eigentlich leitend werden müssten. Ab dieser Spannung sollte der Strom dann exponentiell wachsen. Macht man diese Untersuchung mit unserem pvServe, stellt man die Stromgrenze auf etwa 50% des Nennstromes der zu untersuchenden Module.

Thermographieaufnahme eines vorwärts bestromten Solarmoduls mit defekter Bypassdiode

Bei 5” Zellen also z.B. auf etwa 2,5A. Dann erhöht man die Spannung so lange, bis dieser Strom erreicht wird. Wenn man zum Beispiel einen Strang mit 15 Modulen untersucht, von denen jedes Modul 3 Bypassdioden hat, so liegt die Durchlassspannung der Dioden bei etwa 0,4V*15*3 =18V. Knapp über dieser Spannung sollte der Strom dann erreicht werden. Wenn kein Strom fließt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Bypassdiode defekt.

Nun gilt es noch herauszufinden an welchem Modul die defekte Diode zu finden ist. Hierfür sind allerdings wesentlich höhere Spannungen und ein höchstes Maß an Vorsicht erforderlich. Wenn genau eine Diode defekt ist, sind im obigen Beispiel statt der 18V nur noch 17,6V für die unbeschädigten Dioden erforderlich. An der beschädigten Diode muss der Strom nun rückwärts durch die Solarzellen fließen. Bei 24 Zellen liegt die Durchbruchspannung bei etwa 336V. Man wird also um die 400V benötigen um den Strom von 2,5A zu treiben. Dieser Strom wird die betroffenen Zellen relativ schnell erwärmen und diese Wärme kann man wiederum mit einer Thermographiekamera sichtbar machen. Da der Betrieb im “Durchbruch” für die Zellen sehr belastend ist, sollte man sich allerdings mit der Suche auf dem Dach nicht zu viel Zeit lassen. Der Temperaturunterschied zu den unbeheizten Modulen ist allerdings ausreichend, so dass das betroffene Modul auch sehr schnell gefunden werden kann. Wenn in einem Strang mehrere Dioden defekt sind, wird die Sache etwas schwieriger, da die Spannung immer um die ca. 340V (im obigen Beispiel) steigt. Mit dem pvServe kann man bei nicht allzu langen Modulsträngen bis zu drei Dioden finden (max. Spannung: 1000V). Wenn noch mehr Dioden defekt sind bleibt nur die Möglichkeit den Strang in mehrere Teilstränge zu zerlegen und diese getrennt zu untersuchen.

Kommentare

  1. Nach dem Unwetter am 20.06.2013 , ist ein Strang meiner Solaranlage ausgefallen. Die betreffenden Module, hier 8 Stck. wurden ausgebaut.
    Eine Kontrolle am Anschlusskasten ergab, das sämtliche Baypass Diden defekt waren. Alle hatten leichte Brandspuren,und eine Messung ergab,
    dass auch die Sperr Richtung durchgang hatte.
    Die defekten Dioden wurden gegen neue ausgetauscht,die Module lefern jetzt wieder Spannung.
    Meine Frage? ist die Folge eines Kurzschlusses oder handelt es sich um Blitzeinschlag.

  2. Bypassdioden können durchaus durch Überspannungsereignisse zerstört werden. Ein Kurzschluss des Solargenerators kann Bypassdioden nicht zerstören.
    Gruß pvbuero

  3. Neben Überspannung, welche andere Gründe gibt es für defekte Bypass-Dioden?
    Gibt es eine Internetseite, wo man etwas mehr über die Gründe erfahren kann?
    Danke.

  4. Sehr geehrter Herr Tekidis,
    mir ist keine entsprechende Website bekannt. Als mögliche Ursache für den Defekt von Bypassdioden kommt noch Übertemperatur in Frage.
    Wenn Bypassdioden offen sind (keine Verbindung mehr zwischen Anode und Kathode) wurden sie meist durch einen zu großen Strom zerstört.
    Gruß pvbuero

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich betreibe seit nunmehr 11Jahren eine Photovoltaikanlage die Anfangs 10-11 Ampere = ca. 2,5 kW Leistung erbrachte. Nun habe ich festgestellt , dass nur noch max. 6,5 Ampere = ca. 1,5 kW in der Spitze herunterkommen. Ich vermute das von den 27 Modulen das ein oder andere defekt ist. Wie kann ich feststellen welches oder muß ich alle einzeln durchmessen. Es ist nur ein String verbaut , da es damals noch keine Module mit höheren Leistungen gab.
    Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort .

    MfG

    H. Hofmann

  6. Sehr geehrter Herr Hofmann,
    Module mit einem MPP Strom von 10-11 Ampere gibt es nicht am Markt. Es wurde mit Sicherheit irgendwo eine Unterverteilung eingebaut in der mehrere Stränge parallel geschaltet wurden (wahrscheinlich 4 Stränge, wenn es eine ältere Anlage ist). Davon sind offenbar nun 2 Stränge ausgefallen. Ich empfehle Ihnen einen Anlagencheck.
    Gruß pvbuero (Matthias Diehl)

  7. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich betreibe in meinem Garten eine Inselanlage. Über dem Winter habe ich die Batterie entfernt. Der Regler (Stecca pr1010) blinkte noch bis vor ca. 3 Wochen. Als ich vergangenes Wochenende kann War nichts mehr auf dem Display zu sehen. Mit dem multimesser musste ich jetzt leider feststellen das nur noch 0,89 Volt ankommen. Ich dachte erst es liegt an dem Kabel. Daraufhin ging ich direkt an den Abschluss der Platte (monokristallin 155 Watt). Gibt es eine Erklärung für das ganze? Mit freundlichen grüßen.

  8. Sie sollten mal die Moduldose aufschrauben und direkt am Modul messen. Wenn dort nur 0,89V zu messen sind sollten Sie mal die Bypassdioden ausbauen falls das bei Ihrem Modul möglich ist. Wenn dann die Spannung wieder da ist, sind die Dioden defekt.
    Gruß pvbuero

  9. Sehr geehrter Herr Diel , ich fand den Artikel mit dem Bypassdioden sehr interessant und schilder mal eben mein Problem .
    Habe hier ein 24V Modul , Ich habe die erhalten das nach einen Blitzangriff auf die Hausanlage stattfand , und alle Zellen des Hauses erneuert wurden !
    Als Modellbauer und Elektriker habe ich heute habe ich das Modul in die Sonne gestellt und bekomme 0,5V Raus !
    Danach habe ich die rückseitige Anschlussdose aufgemacht das Silikon rausgekratzt . Und habe 4 Anschlussterminals gefunden auf der die Zellen liegen .Zwischen diesen Terminals liegen 3 mal 2 parallelgeschaltete Dioden .
    Dann habe ich alles Runtergebastelt so das nur noch 4 Leiterbahnen übrigbliegen , bin wieder in die Sonne und siehe da . zwischen 1und 2 waren 14,4V ,1+3 28,8V und 1+4 43,6V Leerlaufspannung zu messen wie auf dem Panel angegeben !
    Daraufhin habe ich die Dioden durchgemessen und habe dort aber vollen durchgang von Minus zu Plus , allerdings auch genau umgekehrt eine Sperrrichtung scheint es hier nicht mehr zu geben .
    Sehe ich das richtig das die Zellen soweit ok sind , aber die Dioden da sie nicht mehr Sperren einen Kurzschluss ins Panel machen und ich deshalb auch mit dem DiodenTerminal keine Spannung messen kann ?
    Also alle Dioden neu und gut ?
    Gruß Thomas Benedikt !

  10. Sehr geehrter Herr Diehl,
    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und mich bei Ihnen für den interressanten Artikel bedanken. Seit kurzem bin ich auf das Thema: Bypassdioden in Solarmodulen gestoßen und habe hierzu eine Frage. Wir betreiben einen “größeren” Solarpark und haben im Juli ein Schadenereigniss erlitten. An 302 Modulen waren die Anschlußdosen samt Innereien verbrannt. Bei weiteren 193Modulen war ein Kurzschlussstrom , die Leerlaufspannung allerdings gegen null messbar. Wie sich herausstellte sind in den 193 Modulen – alle vom Typ Solarfun SF160-24-1M 190W – alle Dioden zerstört. Auf diesen befindet sich allerdings nur die Bezeichnung PSI 0(null)Z STVBSAD. Diese Handelsbezeichnung kann ich im Handel nicht finden. Gibt es eine Berechnungsformel wonach man die Diodenauslegung anhand der Modulparameter berechnen kann?
    Für einen zeitnahen Lösungsvorschlag haben Sie vielen Dank im Voraus.
    Sonnige Grüße Christoph Kell

    1. Als Bypassdioden werden in der Regel Schottky Dioden eingesetzt, da diese im Fall von Teilverschattung eine niedrigere Durchlassspannung haben als Silizium Dioden. Die Verlustleistung an den Dioden ist daher geringer wenn diese im Durchlassbetrieb sind. Man sollte allerdings die Dioden nicht zu großzügig dimensionieren, was den Strom betrifft. Bei Dioden die größere Ströme können, ist der Sättigungssperrstrom größer und damit die Gefahr für einen Thermal-Runnaway im Sperrbetrieb. Die Sperrspannung der Dioden liegt in der Regel bei ca. 50V (Sie müssen die Leerlaufspannung von 24 Zellen + Sichwerheitszuschlag aushalten.). Den Impp der Module müssen die Dioden auf jeden Fall vertragen ohne zu heiß zu werden. Das erreicht man entweder durch leichte Überdimensionierung der Dioden oder besser durch Kühlung selbiger, falls das möglich ist.

  11. GUten Tag
    Ich hab eauf meinem Haus dach 2 Strings der eine mit 17 Modulen der andere mit 16 Modulen.
    Bei dem String mit 16 Modulen fehlen mir 100-110V. Bei 17 Modulen habe ich ca 500V bei dem mit 16 nur ca 400V. Jetzt war ich letzte Woche auf dem Dach und habe den String mit 16 Modulen angefangen zu messen. 1.Modul 36V, 2.Modul 36V, 10Module 357V. das passt. dann weiter 11. Modul 26V, 12.Modul 26V. Vier Stück mit nur 26V. Sind da Dioden defekt? Module sind ReneSola Virtus 255W, 60 Zellen.

  12. Hallo Herr Diehl
    Ich habe 225w module von Schott und es könnten einige Dioden Defekt sein.
    Da mein Installateur aufgehört hat und schott nicht mehr gibt würde ich die Dioden selber kaufen.
    Die Frage ist wie komme ich an die Typen Bezeichnung.

    1. Die Typenbezeichnung steht normalerweise auf den Dioden drauf. Bei 225 Wp Modulen dürfte es sich um 60 Zeller handeln. Die Dioden müssen daher die maximal auftretende Leerlaufspannung von 20 Zellen sicher sperren können auch bei niedrigsten Temperaturen im Leerlauf. Diese Spannung liegt so bei 14V. Wenn die Diode 45-50V sperren kann hat man also ausreichend Luft. Die Diode muss außerdem den maximalen Strom des Moduls über längere Zeit vertragen können. Ein wenig Überdimensionierung kann daher nicht schaden. Insbesondere bei Schottkydioden ist zu beachten, dass ein hoher Sättigungssperrstrom dazu führen kann, dass die Diode thermisch durchgehen kann (thermal runaway).
      Ohne jede Gewähr, würde ich mal sowas probieren: http://de.farnell.com/vishay/vsb2045-m3-54/gleichrichterdiode-20a-45v-p600/dp/1864887?ost=1864887&selectedCategoryId=&categoryNameResp=Alle%2BKategorien&searchView=table&iscrfnonsku=false

      1. Hallo Herr Diehl.
        Ich habe ganz ähnliche Probleme mit meinen Modulen wie oben beschrieben. Jetzt hab ich mir einen Teil der Module vom Dach geholt und bei einem die Anschaltdose geöffnet. Die Dioden (3st) hab ich frei gelegt aber keine Beschriftung gefunden. Meine Frage dazu: Gibt es eine Liste von den Herstellern mit den verbauten Typen?
        Meine Module sind von Sharp NT-175E1.
        Die Dioden die eingebaut sind rechteckig und flach. Könnte zwecks Wärmemanagment so vorgesehen sein.
        Daher würde ich gerne versuchen die gleichen oder ähnliche Dioden zu verwenden. Ich würde auch gerne wissen was zum erneuten vergießen verwendung findet. Muß ja Temperatur usw aushalten und gegebenenfalls später wieder herauskratzbar sein.
        Vielen Dank schon im voraus für die Antwort. Viele Grüße
        Ralf Mages

        1. Eine Liste mit den verwendeten Dioden gibt es meines Wissens nicht. Ich halte nichts vom Vergießen der Anschlussdosen. Es erschwert nur den Austausch defekter Dioden. Solange es den Produzenten noch gibt,kann er die Reparatur vornehmen. Wenn der Hersteller aber pleite gegangen ist, freut man sich über nicht vergossene Anschlussdosen.
          Matthias Diehl
          pvBuero

  13. Kann man 3 Panele mit 180WP Monokristallin (Suntech-STP180S) ohne weiteres parallel schalten oder würde dies die Bypassdiode zerstören (auch wenn es keine Teilabschattung gibt, frei sicht von Morgens bis Abends) 72 Zellen Nennwerte 36V/5A pro Panel. Teil einer Inselanlage – Laderegler Victron 100 Volt/ 30 Amper – 2 mal 12Volt/230 Ah Solarbatterie (24 Volt Anlage)
    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

  14. Hallo Zusammen
    Ich habe 3 Solar Module von der Firma JWS Solar am Wohnmobil
    Leider habe ich bei einer Kurzschlussmessung festgestellt das eine nur noch ca die Hälfte der Leistung abgibt.
    1. = 1.30 Ah
    2. = 1.21 Ah
    3. = 0.64 Ah
    bei voller Sonne ! Ich habe mit der Firma telefoniert . Die meinen, das die Bypass Diode defekt ist. Aber leider verkaufen Sie keine. Auch sind sie sehr unkooperativ !!
    Also meine Frage wäre: Ich möchte gerne ein Paar Bypass Dioden kaufen weiss aber nicht welche?
    Ich habe keinen Muster ! Gibt es eine Faust regel?
    Das sind die Technische Daten:

    Nennleistung Pmax 30 Watt
    Spannung bei Nennleistung Vpmax 18 Volt
    Leerlauf Spannung Voc 21,6 Volt
    Kurzschluss Strom Isc 1,83 Ampere
    Strom bei Nennleistung Ipmax 1,67 Ampere
    Temperaturbereich -40°C / + 85°C
    Toleranz ±5 %
    Flexible Solarzellen Monokristallin
    Abmessungen: 500 x 550 mm
    Gewicht 1,1 kg

    Vielen Dank für ihre Hilfe !

    1. Zunächst eine kleine Korrektur, bitte nicht missverstehen…
      Beim Kurzschließen misst man nicht die Leistung sondern den Kurzschlussstrom in A (nicht in Amperestunden Ah)
      Wenn ein Modul nicht mehr seinen vollen Kurzschlusstrom liefert liegt das nicht an den Bypassdioden (es hat wahrscheinlich eh nur eine), sondern wahrscheinlich an mindestens einer defekten Zelle. Sowas kann man natürlich raus bekommen mit entsprechender Messtechnik aber leider nicht per Ferndiagnose…
      Bei einem 30.-€ Modul stellt sich natürlich ein wenig die Frage ob der Aufwand gerechtfertigt ist.
      Gruß Matthias Diehl

  15. Hallo,
    Ich habe ein problem mit einem semiflexiblen Modul(100wp).
    Bei dem Modul fällt mittlerweile bei voller Sonne die Leerlaufspannung auf 8V. In den Morgenstunden funktioniert jedoch die Anlage. Woran kann das liegen?

  16. Hallo
    Ich möchte sechs Module VirtusII mit je 255 W zusammenschalten .
    Ist es besser 3 Module in Reihe und dann diese zwei Stränge parallel mit einer Sperrdiode zu schalten oder jeweils 2 Module parallel und dann diese 3 Komponenten in Reihe zu schalten.
    Strom / Spannung wäre ja in beiden Fällen gleich, bei der ersten Verschaltung wäre der Kabelaufwand bei zwei y Steckern und 2 Sperrdioden geringer als bei der zweiten Variante bei 6 Y Steckern und 6 Doden.
    Vorab Danke

  17. Hallo,
    habe nach einem Überspannungsschaden nur auf String 1 20V (anstatt ca.700V) und auf String 2 200V (700V).
    Wenn die Dioden defekt sind und die Module durch sonneneinstrahlung arbeiten können dann Folgeschäden an den Modulen entstehen (durch Übertemperatur) ?

    1. Wenn viele Bypassdioden kurzgeschlossen sind, werden immer einige Zellen (die Schlechteren) zu Verbrauchern und die Besseren werden zu Energielieferanten. Dadurch entsteht das hier gezeigte Schachbrettmuster im Thermographiebild der Module. Einzelne Zellen werden dabei sehr heiß. Besonders gut ist das für die Zellen auf Dauer nicht. Ich würde daher eine möglichst schnelle Reparatur empfehlen.
      Matthias Diehl

  18. Hallo,

    bei meinen Modulen sind mehrere Bypassdioden defekt (Überspannung durch Blitzeinschlag).
    Die Module (175 Wp) haben 48 Zellen und 2 Dioden.
    Die Dioden sind mit Tyco SL 1010 beschriftet.
    Leider bekommt man diese Dioden hier nicht zu kaufen.
    Welchen Typ Dioden kann man bedenkenlos als Ersatz einlöten?

    Vielen Dank im Voraus!

  19. Hallo Herr Diehl!
    Bei meiner nagelneuen PV-Anlage ist eingeplant, dass von einem String mit 8 Modulen zum Teil des Tages 4 Module voll verschattet sind. Ich bin überrascht, dass die Leistung des Strings dann von ca. 2,5 KW Leistung auf ca. 200W Leistung einbricht, obwohl ja noch 4 Module prall in der Sonne liegen. Der Anbieter meint, das könnte so normal sein, weil die Bypass-Dioden nicht gut seien. Der Wechselrichter könnte eventuell die niedrige Spannung nicht mehr ordentlich verarbeiten.
    Ist meine Erwartung übertieben, wenn ich anstatt der Hälfte von theoretischen 2,5KWp, bei Schatten auf der halben Anlage noch grob 1,2KW erwarte?
    Die Anlage hat noch einen 2. String, bei dem der gleiche Effekt auftritt: Verschattung des halben Strings sorgt bei 8 Modulen für eine “Restleistung” von 200W.

    Vielen Dank!

    1. Hallo Herr Allef,
      ob die Bypassdioden in einem verschatteten Modulstrang aktiv werden hängt sehr stark vom Wechselrichter ab. Sie können sehr einfach mal überprüfen welche Mindesteingangsspannung Ihr Wechselrichter benötigt um noch arbeiten zu können. Diese Information findet man unter der Bezeichnung “UDCMIN” auf dem Datenblatt des Wechselrichters. Anschließend müssen Sie überprüfen, ob die 4 unverschatteten Module diese Spannung noch bereitstellen können. Das ist wahrscheinlich nicht der Fall, so dass der Wechselrichter die unverschatteten Module nicht mehr im Mpp betreiben kann. Da helfen dann nur Leistungsoptimierer (z.B. SolarEdge) an den Modulen oder mehr Module in Serie.
      Gruß Matthias Diehl

  20. Sehr geehrter Herr Diehl,
    nach Ihrem Artikel ist mir die Funktion der Bypassdioden verständlich geworden.
    Gefunden habe ich ihn, weil man mir sagte, dass mein Problem an diesen Dioden liegt, was ich aber nun nicht mehr glaube.
    Vielleicht darf ich trotzdem kurz mein Problem schildern.
    Ich betreibe eine Inselanlage mit 4 Modulen, die einzeln und nicht als String an einen Regler angeschlossen sind. Ein Modul zeigt keine Leistung mehr an. Kurzgeschlossen über ein Messgerät, liefert es den gleichen Strom, wie die anderen. Auch die Spannung ist die gleiche. Am Regler liegt es nicht, auch nicht an den Kabeln, denn umgeklemmt liefert ein anderes Modul an gleicher Stelle exakte Werte.
    Heute Morgen lieferte das Modul kurz 3 A, wie die anderen um eine halbe Stunde später wieder auszufallen.

        1. wenn der Fehler im Laminat liegt, also zwischen zwei Zellen kann man das eher nicht reparieren.
          Es sei denn man findet die Stelle, schneidet das Laminat auf, lötet und bringt dann von hinten Reparaturfolie an.
          Das habe ich selbst allerdings auch noch nicht gemacht.

  21. Hallo Herr Diehl,
    ist eine Elektrolumineszenzuntersuchung auch bei Dünnschicht-Modulen möglich (hier NexPower NT145AX), die in der Installations-Anleitung den Hinweis führen,
    „Bitte beachten Sie, dass der Kurzschlußstrom der Anlage durch Multiplizieren des auf dem
    Moduletikett aufgelisteten Isc’s mit der Anzahl der parallelbetriebenen Stromkreise berechnet wird.
    Multiplizieren Sie diesen Wert mit 1,56, um die Leiterquerschnitte und die Werte der verwendeten
    Sicherungen zu bestimmen.
    Sicherstellen, dass das Design der Anlage einen Rückstrom von nicht mehr als 4A, der durch das
    PV-Modul fließen könnte, verhindert, da dadurch sonst die Gültigkeit der Garantie erlöschen wird.
    Für den Fall, dass angemessene Maßnahmen ergriffen werden, ist die Parallelkonfiguration nicht
    eingeschränkt (z. B. Sicherung für den Schutz des Moduls und der Kabel vor Überstrom und/oder
    Sperrdiode zur Verhinderung von Rückströmen)“

    Was bedeutet das genau, bzw. so weit ich nach erster Einschätzung erkennen kann ist bei dieser Anlage keine Einrichtung (z.b. Sperrdioden-Klemme) verbaut worden. Welche „Rückströme“ könnten auftreten u. woher?

    1. Bei Dünnschichtmodulen werden oft viele Stränge parallel geschaltet. Es kann dadurch passieren, das viele Stränge in einen defekten Strang zurückspeisen. Hier muss man dafür Sorge tragen, dass dieser Rückstrom nicht unzulässig groß wird. Das macht man z.B. mit Strangsicherungen im GAK (Gleichstrom Anschlusskasten). Der im Datenblatt angegebene maximale Rückstrom darf dann auch bei der Bestromung mit einem externen Netzteil wie dem pvServe nicht überschritten werden.

  22. Hallo Herr Diehl,

    ich habe eine etwas ungewöhnllche Frage, dazu muss ich etwas ausholen
    Wir planen eine PV Anlage auch an den Hauswänden.
    Begonnen wird an der ertragreichsten Südwand
    Die Module sollen PET Module sein (starr, 2,5V/2,5W)
    Es sollen horizontal 156 Module in Reihe verschaltet werden und dieser String 6x parallel =390V, 12A Peak
    da leider eine entfernte Birke ab und an einen leichten Schatten werfen wird (betrifft immer alle Strings) stellt sich die Frage nach Bypassdioden (je Zelle)
    jede Zelle ist max für 600V und 10A geeignet, absolut wetterfest (für Boote oder Flugzeuge geeignet)
    Die Maximaltemperatur jeder Zelle ist deutlich geringer als bei herkömmlicher Bauweise und lt Hersteller auch an empfindlichen Fassaden unproblematisch.
    Ich bekomme in ca 4 Wochen 10 Musterzellen zum Experimentieren vom Hersteller
    Haben Sie einen Tipp für mich .. mit oder ohne Schutzdioden..?
    (es ist mir klar dass das System mit SEHR viel Arbeit verbunden ist)

    1. Ich kenne den Modul/Zelltyp leider nicht. Ich kann daher nichts dazu sagen. Grundsätzlich gilt, dass die Bypassdioden dazu dienen die Zellen vor Überhitzung zu schützen. Der Zellhersteller sollte daher entsprechende Vorgaben machen können.

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