Vorstellung der Bürgersolaranlage auf dem Rüsselsheimer Bahnhof gut besucht

Die Veranstaltung am Mittwoch den 22.7.2009  zur Vorstellung der Bürgersolaranlage die in Kürze auf dem Dach des Rüsselsheimer Bahnhofes errichtet werden soll war recht gut besucht. Es haben sich bereits viele Bürger interessiert gezeigt, sich an dem Solarprojekt zu beteiligen

Nähere Infos zum Projekt findet man auf der Internetseite der Stadtwerke Rüsselheim.

Die Pressemitteilung von Rhein-Mainer.de finden Sie hier …

Die Berichterstattung des “Rüsselsheimer Echo” vom 24.7.2009 können Sie dem Bild unten entnehmen.

Rüsselsheimer Echo vom 24.7.2009 zur Veranstaltung

Teil 2: Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen – In der Praxis

Da die ökonomischen Folgen bei einem Blitzschaden erheblich sein können, sollten PV-Betreiber ihre Anlage  unbedingt versichern! Es gibt zahlreiche Versicherungen, die spezielle Photovoltaikversicherungen anbieten, die Blitzschäden abdecken.

Blitzschaden bei PV-Anlage - links: gesprungenes Glas durch thermische Einwirkung, rechts: Schmauchspur im Bereich der Bypass-DiodeRelevant für die Blitzschutzpraxis bei Photovoltaikanlagen sind folgende Aspekte:

  1. Die gültigen Normen (z.B. DIN VDE 0185-305 und DIN EN 62305)
  2. Vorgaben des Versicherungsunternehmens
  3. verbleibende Rentabilität der Photovoltaikanlage
  4. Vermeiden von Beeinträchtigungen der PV-Anlage durch die Blitzschutzeinrichtung

1. Die gültigen Normen

Die Normen der Reihe DIN EN 62305 von 2009, sowie die DIN VDE0185-305 stellen ein umfassendes Gesamtkonzept zum Blitzschutz dar und berücksichtigen die Gefährdung und Häufigkeit, die Schadensursachen, die zu schützenden Objekte und die Schutzmaßnahmen. Die Photovoltaik wird besonders in der DIN EN 62305-3 Beiblatt 5 “Blitz und Überspannungsschutz für PV-Stromversorgungssysteme” behandelt. (Veröffentlicht im Herbst 2009)

Gebäude ohne äusseren Blitzschutz und Gebäude mit äusseren Blitzschutz

Es wird grundsätzlich unterschieden zwischen Gebäuden ohne äußeren Blitzschutz und mit äusseren Blitzschutz und der Frage nach exponierten Anlagenteilen. Wenn kein äusserer Blitzschutz vorhanden ist und die Anlagenteile nicht exponiert sind, wird die metallische Unterkonstruktion (bei Einsatz von trafolosen Wechselrichtern) geerdet, d.h. mit dem Potentialausgleich mit 16mm² Cu elektrisch leitend verbunden. Ist das Untergestell mehrteilig, müssen alle einzelnen Teile geerdet werden. Ein zusätzlicher äusserer Blitzschutz ist nicht zwingend notwendig. Dies gilt z.B. für Schrägdachanlagen, die parallel zur Dachhaut angebracht sind und bei denen in der Regel der sich ebenfalls auf dem Dach befindliche Schornstein die exponierteste Komponente ist. Dieser Fall kommt in der Praxis sehr häufig vor. Werden Photovoltaik-Anlagen auf Flachdächern aufgestellt, sind die Solarmodule die höchsten Stellen und daher die bevorzugten Einschlagpunkte. Die Einschlagwahrscheinlichkeit in die Module wird dadurch nur sehr geringfügig erhöht. Durch äusseren Blitzschutz (Blitzfangstangen) sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Blitz in die Module einschlägt, dann werden die Fangstangen zum höchsten Punkt. Bei Flachdächern, die wie von uns empfohlen, zu solaren Pultdächern umgebaut werden, hat man bei Gebäuden ohne äusserem Blitzschutz wieder die Situation wie beim beschriebenen Schrägdach. Die Module stellen keine exponierten Anlagenteile dar, das Montagegestell wird mit dem Potentialausgleich verbunden.

Quelle: wdr Bei Gebäuden mit äusserem Blitzschutz, d.h. mit Fangeinrichtungen, soll sich die PV-Anlage wenn möglich vollständig im Schutzbereich der Fangeinrichtung befinden. Bei der Abwägung der erforderlichen Blitzschutzmaßnahme spielt hierbei die Blitzschutzklasse eine Rolle. Es gibt vier Blitzschutzklassen, die jeweils verschiedenen Wahrscheinlichkeiten stehen dafür, dass der Scheitelwert eines Blitzstroms unterhalb einer vorgegebenen Stromstärke liegt. Für jede dieser Blitzschutzklassen wird eine Blitzkugel mit einem bestimmten Radius angenommen. Für Photovoltaikanlagen wird in der Regel Blitzschutzklasse III, bzw. eine angenommene Blitzkugel mit 45m Radius angesetzt. Der Schutzraum befindet sich unterhalb des simulierten 45m Radius der Blitzkugel. Dies ist nur durch einen entsprechenden Trennungsabstand t gegeben, der per Formel gemäß der Norm berechnet wird. In einer Näherung entspricht dieser Sicherheitsabstand ca. 0,5 – 1 m zu den Blitzauffangeinrichtungen und Ableitungen. Bei sehr großen Dächern (insbesondere öffentlichen Gebäuden) sollte – wenn möglich – die Anlage gemäß dieser Vorgaben umgesetzt werden.

Beispiel für ein kleines Dach mit äusserem Blitzschutz - Trennungsabstand nicht möglich, da sonst PV-Anlage sinnlos wirdIn der tagtäglichen Praxis ist der Bau der PV-Anlage innerhalb des Schutzraumes sehr häufig nicht möglich, da z.B. bei kleinen Schrägdächern (z.B. Reihenhäusern) nicht nur die Anlagengrösse massiv kleiner und somit nicht mehr lohnenswert umsetzbar wird, sondern insbesondere bei mehreren quer über das Dach laufenden Blitzableitern oder gar bei geerdeten Blechdächern die Anlage quasi “freischwebend” über dem Dach befestigt werden müsste … in diesen Fällen sollte das Untergestell der Photovoltaikanlage direkt an mehreren Stellen auf kürzestem Wege mit dem Blitzschutz verbunden werden (mind. 16mm² Cu) und wird somit selbst Teil des Schutzkonzepts, bzw. Faraday-Käfigs. In dem renommierten Institut für Solare Energietechnik ISET aus Kassel (mittlerweile im Zusammenschluß mit dem Fraunhofer Institut seit 01.01.2009 das IWES) hat sich bereits vor Jahren mittels zahlreicher Tests mit künstlichen Blitzen im Hochspannungslabor diese Lösung als die Beste herauskristallisiert. Und auch der Blitzschutzanbieter OBO Bettermann, sowie der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) zusammen mit dem Elektro- und informationstechnischem Handwerkerverband (ZVEH) verweist auf diese Lösung, wenn die Trennungsabstände nicht eingehalten werden können. Bei einer Anbindung des Untergestells an den vorhandenen äußeren Blitzsschutz teilt sich ein Blitzstrom maschenförmig über das Montagegestell und die Ableiter, bzw. Blitzschutzdrähte auf und wird zu den Erdern abgeleitet. Bei Anbindung an den äusseren Blitzschutz empfiehlt es sich, auch Blitzstromableiter (innerer Blitzschutz) einzubauen.

Innerer Blitzschutz

PV-Einspeisezähler und AC-Überspannungsableiter (rot)Da Schäden durch indirekte Blitzeinschläge weitaus häufiger vorkommen als direkter Blitzeinschlag, sollte auf inneren Blitzschutz nicht verzichtet werden. Ein kleiner Teil des inneren Blitzschutzes ist häufig bereits im Wechselrichter vorhanden. Die meisten Wechselrichterhersteller haben DC- und AC-seitige Überspannungsableiter im Wechselrichter integriert. Nichtsdestotrotz ist es empfehlenswert, die Elektronik zusätzlich noch durch separate Überspannungsableiter, die im Zählerschrank mit eingebaut werden, AC-seitig (das heißt von der Wechselstromseite her) zu schützen. Vor dem Wechselrichter kann außerdem zu dessen Schutz DC-seitig noch ein zusätzlicher Überspannungsschutz eingebaut werden, ob dies zwingend nötig ist, wenn im Gerät bereits ein Feinschutz integriert ist, wird in PV-Fachkreisen nach wie vor kontrovers diskutiert. Um PV-Betreibern ein besseres Verständnis für die Funktion von Überspannungsableitern geben zu können, kann man diese als eine Art offenen Schalter betrachten, der erst bei Auftreten einer bestimmten Spannung anspricht, kurzzeitig leitend wird und zum Erdpotential durchschaltet.

Ist die Anlage an den äusseren Blitzstrom angebunden, empfiehlt sich der Einbau eines Blitzstromableiters.  Gäbe es den Fall eines direkten Blitzeinschlags in den Ableiter, würde das Potenzial des Untergestells und der Modulrahmen schlagartig in die Höhe schnellen (Das Drahtgeflecht des äußeren Blitzschutzes hat zwar einen sehr kleinen Ohmschen Widerstand, aber ist eben nicht Null. Wenn ein riesiger Strom fließt, kommt es natürlich auch an kleinen Widerständen zu erheblichen Spannungsabfälllen. Je näher man sich an der Einschlagsstelle befindet, desto höher ist das Potenzial). Die Zellen führen aber nach wie vor das niedrige Potenzial vor dem Einschlag. Käme es zu einem Überschlag zwischen Solarzellen und Modulrahmen, der natürlich das hohe Blitzpotenzial über die Zellen zu den Gleichstromhauptleitungen und damit ins Gebäude führt, müsste dafür gesorgt werden, dass die Potenzialdifferenz zwischen den Gleichstromhauptleitungen und dem Potenzialausgleich im Gebäudeinneren (z.B. dem Potenzial des Wechselrichtergehäuses oder dem Gehäuse des Zählerschrankes) einen bestimmten Maximalwert nicht überschreitet. Ein Blitzstromableiter ist blitzstromtragfähig (bis zu 100 kA, 10/350 µs) und wird nahe an der Eintrittstelle der DC-Leitung in das Gebäude installiert. Diese Bauelemente haben die Aufgabe, die Potenzialdifferenz zwischen Modulrahmen und Solarzellen auf einen maximalen Wert (der im Datenblatt zu finden ist; z.B. 1000V) zu begrenzen. Sie werden bei hohen Spannungsdifferenzen zwischen PE und aktiven Leitern kurzzeitig leitend und verhindern hohe Spannungsunterschiede und damit unkontrollierte Überschläge in der Elektroinstallation. Nach dem Ableitvorgang wird der Blitzstrom-Ableiter wieder hochohmig (mehrere MO) und geht in seinem „Ruhezustand“ über. Um die Vorteile der Blitzstromableiter (blitzstromfest) und der Überspannungsableiter (schnelles Ansprechen) zu vereinen, werden gerne Kombi-Ableiter eingesetzt, wie z.B. von Dehn.

2. Vorgaben des Versicherungsunternehmens

Lässt man sich von Blitzschutzfirmen beraten, kommt ein ganzes Sammelsurium an Maßnahmen und Ableitern zusammen, das schnell zu Maximallösungen wie dieser führt, (Quelle: www.vde.com)  die entsprechende Zusatzkosten bedeutet und manche PV-Anlage um ihre Rentabilität bringen kann. Für den PV-Betreiber, der seine Anlage versichert hat, ist maßgeblich, unter welchen Bedingungen das von ihm ausgewählte Versicherungsunternehmen seine PV-Anlage versichert. Hier ist entscheidend, was im Vertrag und im Kleingedruckten steht.

Der Verband der Sachversicherer empfiehlt in der VdS-Richtlinie 2010 (diese ist nur kostenpflichtig beim VdS erhältlich) eine äußere Blitzschutzanlage der Klasse III und inneren Blitz- und Überspannungsschutz für PV-Anlagen >10kW.

direkter Blitzschaden bei einer 10 Jahre alten AnlageDies ist eine Empfehlung, aber keine bindende Vorgabe. De facto gibt es etliche Versicherungsunternehmen, die keinerlei Vorgaben machen bzgl. innerem und äußerem Blitzschutz. Ein Überblick verschiedener Photovoltaikversicherungen bestätigt das. Als PV-Betreiber sollte man sein Versicherungsunternehmen dezidiert danach fragen und sich das bestätigen lassen. Beim Ausfüllen des Vertrages kann man die Frage nach innerem und äußerem Blitzschutz auch verneinen, falls man auf diesen bei der Installation gänzlich verzichtet haben sollte. Im Allgemeinen erhält der PV-Betreiber trotzdem den vollen Versicherungsschutz, muß aber u.U. monatlich ein paar Euro mehr bezahlen.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Anlage ist und je größer die Investition, umso unerheblicher wird bei der betrachteten Gesamtinvestition die Zusatzausgabe für einen vollen Blitzschutz. Es ist auch nachvollziehbar, dass bei einem Schadensfall bei einer großen Anlage von 50kWp oder 100 kWp von dem Sachversicherer weniger Kulanz erwartet werden kann, als bei einer Kleinanlage von z.B. 5 kWp. Letztendlich ist es für den PV-Betreiber eine Frage seiner Vereinbarung mit dem Versicherungsunternehmen und seines individuellen Sicherheitsbedürfnisses bzgl. des zwar nicht ausschließbaren, aber dennoch eher selten vorkommenden Fall eines direkten Blitzeinschlags.

3. verbleibende Rentabilität der Photovoltaikanlage

Auch hier gilt: Je größer die Anlage, umso kleiner werden in der Relation die Zusatzkosten für den zusätzlich Blitzschutz. Die Mehrkosten für einen maximalen Blitzschutz, die diesem PV-Betreiber wie bei diesem typischen Beispiel aus der Praxis von einem Blitzschutzvertreter unaufgefordert dringend ans Herz gelegt wurden, können sehr, sehr erheblich werden und PV-Anlagen kleiner und mittlerer Größe schnell an den Rande der Rentabilität bringen.

Wenn sich diese von Blitzschutzbauern (nicht selten mit großer Empörung vorgetragen und als unverzichtbar dargestellten) Maßnahmen nach mehreren technischen Diskussionen mit der Blitzschutzfirma und gleichzeitigen Rückfragen mit dem Sachversicherer technisch als nicht zwingend nötig und haltbar erweisen, da man bereits andere normgerechte Maßnahmen ergriffen hat (z.B. Anbindung des Montagegestells an den äußeren Blitzschutz) sollte die verbleibende Rentabilität der Anlage die vorrangige Priorität bleiben. Man muss sich darüber bewusst sein, dass ein Teil der Ratschläge von Blitzschutzfirmen auch ökonomisch motiviert sein können, was mit den Begriffen “Umsatzsteigerung durch Photovoltaik” oder “Sensibilisierung des Endverbrauchers” umschrieben werden kann.

4. Vermeiden von Beeinträchtigungen der PV-Anlage durch die Blitzschutzeinrichtung

Blitzschutzmaßnahmen können in manchen Fällen die Effizienz, bzw. den Energieertrag der PV-Anlage mindern. Dies betrifft vorwiegend äußeren Blitzschutz, der für den Fall des statistisch eher seltenen direkten Blitzeinschlags montiert wird. Wenn ein ganzer “Stangenwald” vor den Solarmodulen angebracht ist (bei Flachdächern z.B. oder bei Schrägdächern an der Traufe oder den Seiten, wird dies unweigerlich zu Ertragsverlusten führen. Die Stangen können sich bei entsprechender Höhe wie mehrere Sonnenuhren auswirken, deren Schatten an Sonnentagen egal zu welcher Uhrzeit immer gleichmäßig über die Solarmodule wandern … Teilverschattung wirkt sich bei Photovoltaikmodulen durch die Reihenschaltung der Module untereinander, als auch durch die Reihenschaltung der Zellen innerhalb eines Moduls stärker aus, als der minimal dünne Schattenstrich im Vergleich zur restlichen beschienenen Fläche vielleicht vermuten lässt. Im ungüstigsten Fall kann eine Teilverschattung von 10% der Fläche bis zu 75% Ertrag mindern.

Sollten Blitzfangstangen montiert werden müssen, sollten diese lieber etwas kürzer und dafür in größerer Anzahl gewählt werden. Bei südlichen Schrägdächern können am First problemlos längere Fangstangen montiert werden, während die seitlichen und vor allem an der Traufe angebrachten Spitzen kürzer ausfallen sollten. Bei Schrägdächern kann in Traufnähe auch das geerdete Schneefanggitter für den Blitzschutz zum Einsatz kommen.

Entscheidend ist bei einer Maßnahmenabwägung bzgl. eines äußeren Blitzschutzes nicht zuletzt auch die Relevanz und Gefährdung des zu schützenden Objekts. Krankenhäuser mit Notaufnahmestationen im Alpengebiet sind bei Schattenbildung durch den Blitzschutz natürlich anders zu werten als Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Hallen in wenig exponiertem Gebiet, das von Mittelgebirgen umgeben ist.

Grundlagen und Definitionen zum Thema Blitzschäden und Blitzschutz gibt es in Teil 1 (Grundlagen)

Ruesselsheimer Bahnhofsdach wird zum Buergersolarkraftwerk

Die Stadtwerke Rüsselsheim werden in Kürze auf dem Dach des Rüsselsheimer Bahnhofes eine Solarstromanlage errichten, die als Bürgersolaranlage konzipiert wird.

Modell der Solarstromanlage, die in Kürze auf dem Dach des Rüsselsheimer Bahnhofes realisiert wird

Das Dach des Rüsselsheimer Bahnhofes ist zweigeteilt. Die eine Hälfte gehört der “Deutsche Bahn AG”, der zweite Teil überdacht den zentralen Omnibusbahnhof der Stadtwerke Rüsselsheim und gehört daher auch den Stadtwerken. Die Photovoltaikanlage ist als Bürgerkraftwerk konzipiert und soll interessierten Bürgern die  Möglichkeit eröffnen sich an der umweltfreundlichen Stromerzeugung in Ihrer Stadt beteiligen zu können. Im Gegensatz zu vergleichbaren Projekten müssen Interessierte nicht zu Solarunternehmern werden, sondern können sich mit Beträgen zwischen 1.000.-€ und 10.000.-€ direkt an der Anlage beteiligen.

Blick vom Rüsselsheimer BahnhofsdachDas photovoltaikbuero hat die Planung für die Anlage durchgeführt  , alle technischen und organisatorischen Details geklärt und wird in Kürze die Ausschreibungsunterlagen erstellen um den interessierten  Solarfachfirmen die Abgabe eines Angebotes zur  Realisierung des Projektes zu ermöglichen. Die Anlage soll voraussichtlich im November gebaut werden, so dass sie auf jeden Fall noch in diesem Jahr ans Netz gehen kann.

Unter diesem Link finden Sie die offizielle Vorstellung des Projektes durch die Stadtwerke Rüsselsheim. Es wird außerdem zwei Veranstaltungen zur Vorstellung des Projektes in der Rüsselsheimer Stadthalle geben. Der erste Termin ist der 22.7.2009 um 19:00 Uhr, die zweite Veranstaltung findet am 11.8.2009 um 19:00Uhr ebenfalls in der Rüsselsheimer Stadthalle statt. Alle interessierten Bürger- natürlich auch nicht Rüsselsheimer – sind hierzu herzlich eingeladen.

Pressemitteilungen zum Thema:

rhein-main.net

Frankfurter Neue Presse

Mainspitze

Teil 1: Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen – Grundlagen

Zum Thema Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen gibt es die unterschiedlichsten Ansichten, fragt man drei Experten, erhält man vier Meinungen … 😉

Registrierte Blitze in Deutschland zwischen 2000 und 2006Als PV-Betreiber sollte man sich hierbei auch durchaus der Tatsache bewusst sein, dass Ratschläge von Blitzschutzfirmen neben Sicherheitsaspekten nicht selten auch ein eigenes ökonomisches Interesse mit beinhalten. Eine Blitzschutzfirma hat naturgegeben ein ureigenes Interesse daran, möglichst viele Blitzschutzvorrichtungen, Blitzstromableiter, Überspannungsableiter etc. zu verkaufen, sie lebt nun einmal davon – entsprechend sind diese Aussagen z.T. zu werten.

Das andere Extrem zu wählen und aufgrund der gewünschten maximalen Rentabilität der PV-Anlage auf sämtliche Blitzschutzeinrichtungen  zu verzichten und schlicht auf das Prinzip Hoffnung zu setzen, ist jedoch ebenfalls ein Irrweg. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Dieser Beitrag soll etwas Licht in das Dunkel bringen. Das Wichtigste zuerst:

Generell erhöht eine PV-Anlage auf dem Dach eines Gebäudes nicht die Gefahr eines Blitzeinschlags!

Zunächst ist es wichtig, die verschiedenen Begrifflichkeiten zu klären, um Vorgaben von Sachversicherern oder Normen besser verstehen zu können:

  • Direkter Blitzeinschlag
  • Indirekter Blitzeinschlag
  • Äusserer Blitzschutz
  • Innerer Blitzschutz – Überspannungsschutz

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Ein direkter Blitzeinschlag ist ein Blitz, der direkt in die PV-Anlage oder das Haus einschlägt, die Wahrscheinlichkeit ist  extrem gering, wenn auch nicht vollständig ausgeschlossen. Je höher ein Gebäude steht (z.B. Alpengebiet) oder je feuchter die Böden sind (frühere Sumpgebiete), umso größer ist die Gefährdung. Sobald höhere Punkte (Kirchturmspitze, Bäume etc.) in unmittelbarer Nähe sind, reduziert sich die Gefährdung.

Ein indirekter Blitzeinschlag ist ein Schaden, der durch einen Blitzeinschlag in der Umgebung entsteht Der Blitz bahnt sich über feuchtes Erdreich, Wasser- oder Kabelleitungen seinen Weg ins heimische Stromnetz. Durch die auftretenden sehr hohen Spannungen und Ströme können Schäden an elektrischen Geräten entstehen, wie z.B. dem Wechselrichter in einer Photovoltaikanlage. Die Wahrscheinlichkeit eines indirekten Blitzschadens ist höher als die eines direkten Blitzschadens.

Ein äusserer Blitzschutz soll den Blitz an definierten Punkten (Fangspitzen) einfangen und führt diesen über mehrere Ableitungen, die außenliegend auf den verschiedenen Gebäudeseiten mit mehreren Erdern verbunden sind in das Erdreich. Der äussere Blitzschutz bildet letztendlich einen Faraday-Käfig, der das zu schützende Objekt (Gebäude) umhüllt. Der Schutzraum ist z.B. von der Höhe und des Abstandes der Fangstangen abhängig und wird nach dem sogenannten Blitzkugelverfahren ermittelt. Der äussere Blitzschutz bietet also einen Schutz gegen direkte Blitzeinschläge.

Der innere Blitzschutz ist die Gesamtheit der Maßnahmen gegen Auswirkungen des Blitzstromes und der Blitzspannung auf Installationen, sowie elektrische und elektronische Anlagen in einem Gebäude. Damit werden sämtliche elektrischen und elektronischen Geräte vor indirekten Blitzschäden geschützt. Kernstück des inneren Blitzschutzes ist der Potentialausgleich, über den alle metallenen Installationen, (Gas- und Wasserleitungen), alle Schutzleiter (PE) der Stromversorgung und Hausinstallation und Antennenanlagen mit dem Erder eines Hauses verbunden sind. Da der direkte Anschluss von energie- und informationstechnischen Leitungen an die Erdungsanlage nicht möglich ist (man würde dadurch ja alle Leitungen kurzschließen) , werden dort spezielle Schutzgeräte eingesetzt. Diese sog. Blitzstrom-bzw. Überspannungsableiter ermöglichen den Einbezug von aktiven Leitern in den Potentialausgleich. Zum Schutz von Endgeräten werden den Blitzstrom-Ableitern oft noch die Überspannungs-Ableiter nachgeschaltet. Moderne Kombi-Ableiter vereinen die Funktionen der Blitzstrom- und Überspannungs-Ableiter.

Welcher Wechselrichter ist der Richtige?

Nachdem die ersten beiden Beiträge des PV-KnowHow Blogs sich mit der Frage beschäftigt haben wie man die korrekten Maße eines Daches erhalten kann und wie man dann aus der resultierenden Dachskizze mit Hilfe von Google Sketchup ein 3D Modell des Gebäudes anfertigen kann, soll es nun darum gehen, wie man die auf dem Dach platzierten Solarmodule an einen Wechselrichter anschließen kann und wie man den passenden Wechselrichter findet.

Für alle die, die noch gar nicht wissen was ein Wechselrichter ist hier zunächst eine kurze Erklärung:

Die Solarmodule liefern eine Gleichspannung und einen Gleichstrom. Die Höhe der Spannung die ein Modul erzeugt hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Solarzellen ab, die sich auf dem Modul befinden(bei einem typischen Modul mit 72 5Zoll Zellen beträgt die Spannung im Betrieb ca. 34V) und die Stromstärke hängt im wesentlichen von der Größe der Zellen (4”, 5” oder 6” Zellen werden typischer Weise in Zoll vermessen.) und der Einstrahlung in W/m² (Watt pro Quadratmeter) ab. Da sämtliche Verbraucher die man in Deutschland kaufen kann üblicherweise für eine Wechselspannung von 230 V ausgelegt sind ist es notwendig, den erzeugten Solarstrom aufzubereiten. Hierbei sind zwei Umwandlungen notwendig:

  1. Die Spannung muss an die 230 V angepasst werden. Dies geschieht entweder durch eine Reihenschaltung der einzelnen Module bzw. durch eine Anpassung im Wechselrichter.
  2. Aus dem Gleichstrom muss ein Wechselstrom geformt werden. Dies ist die Kernaufgabe des Wechselrichters

Wer sich für weitere Details interessiert sei an den entsprechenden Eintrag in Wikipedia oder das Photovoltaikwiki verwiesen.

Die erste Frage die sich stellt, ist die nach dem richtigen Wechselrichter für das untersuchte Dach. Es gibt ja eine Reihe verschiedener Wechselrichter, die sich nicht nur dadurch unterscheiden, dass sie von verschiedenen Herstellern produziert werden. Es kommen zum Teil sehr unterschiedliche technische Konzeptionen zum Einsatz, die spezielle Anforderungen erfüllen. Die wichtigste Größe bei jedem Wechselrichter ist der Wirkungsgrad. Das ist letztendlich ein Maß dafür wie viel Prozent der von den Solarmodulen gelieferten Sonnenenergie in Wechselstrom umgewandelt werden, und welcher Teil davon im Wechselrichter verloren geht. Die Verluste machen sich dadurch bemerkbar, dass sich ein Wechselrichter im Betrieb erwärmt. Dieser Wirkungsgrad ist jedoch leider keine konstante Größe, sondern er hängt von vielen Faktoren ab wie etwa der aktuell übertragenen Leistung, der Höhe der Gleichspannung am Wechselrichtereingang und der Temperatur des Gerätes. Auf den Datenblättern der Geräte findet man daher in aller Regel mehrere Angaben zum Wirkungsgrad. Zum einen wird der maximale Wirkungsgrad angegeben. Das ist der Wert, den man im Labor bei einer ganz bestimmten Konstellation zwischen Eingangsspannung, Leistung und Temperatur erreicht, bei der die Verluste bezogen auf die aktuelle Leistung minimal sind. Für die Praxis hat dieser Wert nur eine eingeschränkte Bedeutung, da die Einstrahlung und damit die Leistung im Verlauf eines Tages sich ständig ändert. Man hat dementsprechend auch einen sich ständig ändernden Wirkungsgrad. Man hat sich daher darauf geeinigt einen Wirkungsgrad zu definieren, der sich aus den Wirkungsgraden bei verschiedenen Leistungen (Einstrahlungen) zusammensetzt. Welche Leistung in diesem “mittleren” Wirkungsgrad wie gewichtet wird richtet sich nach der Einstrahlungsverteilung an einem europäischen Referenzstandort. Dieser Wirkungsgrad heißt dementsprechend auch der “europäische Wirkungsgrad”. Dieser Wert hat mit dem praktischen Betrieb einer Solarstromanlage an einem europäischen Standort schon wesentlich mehr zu tun als der maximale Wirkungsgrad und gibt einen recht guten Anhaltspunkt über die Leistungsfähigkeit eines Gerätes.

Die Definition des Europäischen Wirkungsgrades:

0,03 x h5% + 0,06 x h10% + 0,13 x h20% + 0,1 x h30% + 0,48 x h50% + 0,2 x h100% (h5% = Wirkungsgrad bei 5% Nennleistung usw.)

Wo entstehen die Verluste in einem Wechselrichter ?

ein Wechselrichter ist sozusagen die Schaltzentrale einer jeden Photovoltaikanlage. Hier wird nicht nur Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt sondern der Wechselrichter bildet auch “das Gehirn” der Photovoltaikanlage. Der Wechselrichter muss feststellen wenn es draußen hell wird und ab wann mit der Einspeisung der Energie begonnen werden kann. Er muss erkennen ob ein Wechsel- oder Drehstromnetz vorhanden ist und ob alle Parameter des Netzes wie Spannung Frequenz und Netzimpedanz sich in einem bestimmten Toleranzbereich befinden. Er muss dafür sorgen, dass dem Solargenerator auf dem Dach immer die maximal mögliche Energie entnommen wird, egal wie groß die Einstrahlung oder die Temperatur auf dem Dach gerade sind. Diese Regelung zum Auffinden des Punktes Maximaler Leistung nennt man im Fachjargon MPP-Tracking (MPP steht hier für Maximum Power Point). Er wird in Zukunft noch zusätzliche Fähigkeiten bekommen, wie intelligentes Netzmanagement, Regelung der Einspeiseleistung ferngesteuert durch den Netzbetreiber, Blindleistungslieferung und natürlich Aufzeichnung und Weitergabe seiner eigenen Betriebsdaten. Alle diese Aktivitäten verschlingen natürlich Energie und sind ein Teil der Verluste. Ein weiterer Teil entsteht durch sogenannte Ohmsche Verluste. Das sind die ganz normalen Verluste die immer entstehen, wenn ein Strom durch eine Leitung fließt. Bei Wechselrichtern mit Transformator kommen noch die Umwandlungsverluste im Trafo dazu, die sich wiederum aus Ohmschen Verlusten in der Trafowicklung und Ummagnetisierungsverlusten im Kern des Transformators zusammensetzen. Und schließlich gibt es noch die Schaltverluste in den Leistungshalbleitern des Wechselrichters, die bei jedem Schaltvorgang entstehen.

Um den richtigen Wechselrichter zu finden sollte man sich zunächst folgende Fragen beantworten:

1. Soll die Photovoltaikanlage mit einem oder mit mehreren Wechselrichtern arbeiten ?

Argumente für einen Wechselrichter:

  • Ein großer Wechselrichter ist meist preisgünstiger als mehrere Kleine.
  • Ein Zentralwechselrichter nimmt oft weniger Platz weg als viele Stringwechselrichter
  • der Verdrahtungsaufwand bei der Montage ist etwas geringer

Argumente für viele kleine Wechselrichter:

  • Bei einem Wechselrichter hat man eine geringe Redundanz. Wenn der Wechselrichter eine Störung hat steht gleich die gesamte Anlage. Hat man mehrere kleine Wechselrichter ist immer nur ein Teil der Anlage von einer Störung betroffen.
  • Die kleinen Stringwechselrichter können in der Regel an der Wand montiert werden und können entsprechend dort platziert werden, wo sie nicht im Weg sind.
  • Bei einem Defekt ist ein Wechselrichtertausch unkompliziert zu erledigen. Bei größeren Zentralwechselrichtern muss in der Regel das Serviceteam des Herstellers anrücken.
  • Sind an einem Wechselrichter nur wenige Stränge angeschlossen, können Fehler in einzelnen Strängen schneller bemerkt werden. Man kann meist auch die einzelnen Wechselrichterleistungen direkt miteinander vergleichen.

Was man noch bedenken sollte:

  • Ab einer Wechselstromleistung von 4,6kW muss der Wechselrichter mehrphasig einspeisen.
  • Oft ist es auch eine Platzfrage ob man überhaupt einen großen (Zentralwechselrichter) aufstellen kann oder ob man mehrere kleine Wechselrichter montiert, die auch nicht zwingend alle am selben Ort montiert werden müssen.

2. Ist das Dach groß und verschattungsfrei oder gibt es mehrere Teildachflächen mit eventuell sogar unterschiedlichen Dachneigungen ?

Trafolose Wechselrichter ohne elektronische Spannungsanpassung.

trafolose Zentralwechselrichter vom Typ Kaco 30000xi

Zentralwechselrichter von SMADie höchsten Wirkungsgrade werden mit trafolosen Wechselrichtern erreicht, denn wo es keinen Trafo gibt können in dem Trafo auch keine Verluste entstehen. Mit trafolos meine ich hier zunächst Geräte, die nur eine Umwandlung der Spannung von einer variablen Gleichspannung in eine nahezu konstante Wechselspannung (die Netzspannung) durchführen und vorher keine Spannungsanpassung auf der Gleichspannungsseite (DC Seite Direct Current) erfolgt.  Typische Vertreter dieser Gattung sind die Geräte von SMA, Typ SMA SMC 6000-11000TL oder die Kaco Powador xi Geräte.    Diese Gerätegattung sollte immer dann die erste Wahl sein, wenn man sich für Stringwechselrichter entschieden hat und eine große verschattungsfreie Dachfläche zur Verfügung steht. Der hohe Wirkungsgrad wird nämlich durch ein relativ enges Spannungsfenster auf der DC-Seite des Wechselrichters erkauft, da die Spannung ja immer – auch im ungünstigsten Fall: diesiges trübes Wetter und sehr hohe Modultemperaturen – noch eine Spannung erreichen muss, die größer als die Netzspannung ist. Die Spannung die von den Solarmodulen kommt muss daher mindestens 230V*SQRT(2)= 325V betragen. Daher haben diese Geräte in der Regel Mindesteingangsspannungen zwischen 330V-350V.

trafolose SMA Wechselrichter vom Typ SMC 6000 TL

Auf der anderen Seite wird die maximal mögliche Spannung des Solargenerators nach oben durch die Spannungsbelastbarkeit der Eingangskondensatoren der Wechselrichter begrenzt und liegt in der Regel zwischen 700-850V. Man kann diese Wechselrichter daher nur einsetzen, wenn man eine Mindestzahl von Modulen in Reihe schalten kann (das Dach muss also eine gewisse Mindestgröße haben) . Außerdem müssen die Stränge natürlich pro Wechselrichter immer die gleiche Anzahl an Modulen enthalten. Es kann hier also durchaus etwas Tüftelarbeit notwendig sein um eine sinnvolle Auslegung zu erreichen. Berücksichtigt man noch dazu, dass die Wechselrichter meist nicht über den gesamten zulässigen Eingangsspannungsbereich auch Ihren maximalen Wirkungsgrad haben wird die Sache zusätzlich kniffelig.

Trafolose Wechselrichter mit elektronischer Spannungsanpassung

Viel einfacher wird die Auslegung des Wechselrichters wenn man auf ein Gerät zurückgreift, das vor dem eigentlichen Wechselrichter noch einen vorgeschalteten DC-DC Wandler enthält. Das ist im Prinzip eine Spannungsanpassung ähnlich wie bei einem Transformator nur, dass aus einer variablen niedrigen Gleichspannung in der Regel auf elektronischem Wege eine hohe konstante Gleichspannung erzeugt wird und das hier im Gegensatz  zum Transformator die galvanische Trennung fehlt. Diese Spannungsanpassung ermöglicht nun eine sehr viel größere Flexibilität bei der Auslegung des Solargenerators. Die Wechselrichter haben oft einen Eingangsspannungsbereich der sich von 125V bis zu 800V erstreckt. Aber wie immer gilt natürlich auch hier, dass man sich die größere Flexibilität mit einem etwas niedrigeren Wirkungsgrad erkauft.

3. Welcher Modultyp soll eingesetzt werden ?

Wechselrichter mit Hochfrequenztransformator vom Typ Fronius-IG-60

Es gibt bestimmte Modultypen, die eine galvanische Trennung zwischen Solargenerator und dem Stromnetz zwingend vorschreiben. Dazu zählen insbesondere Dünnschichtmodule bei denen es ohne die galvanische Trennung in einigen Fällen zu sogenannter TCO Korrosion gekommen ist. Das heißt die transparent leitfähige Schicht der Module wurde durch eine unzulässige Spannung zwischen Solarmodulrahmen und Solarzelle zerstört. Um dies zu vermeiden müssen die Minuspole der Modulstränge in diesen Anlagen oft geerdet werden. Dadurch wird dann allerdings der Einsatz eines trafolosen Wechselrichters unmöglich gemacht.

Ein zweiter Fall ist der bei den Hochleistungsmodulen von Sunpower auftretende Polarisationseffekt, der immer dann auftritt wenn man den Pluspol der Solargeneratorstränge nicht mit Erdpotential verbindet. Auch das ist natürlich nur mit einem Trafowechselrichter möglich.

4. Sollen Module auf unterschiedlichen Dächern mit unterschiedlicher Ausrichtung mit nur einem einzigen Wechselrichter ins Netz einspeisen ?

 

Trafoloser Multistring Wechselrichter vom Typ SMA SunnyBoy-5000TLDiese Anforderung ist nur mit sogenannten Multistringwechselrichtern zu erfüllen. Diese Wechselrichtergattung besteht aus mehreren DC-DC Stufen (elektronischen Gleichspannungswandlern), die jeweils einen oder mehrere Solarmodulstränge bedienen. Diese DC-DC Stufen speisen alle in einen gemeinsamen sogenannten Gleichspannungszwischenkreis. Aus diesem Gleichspannungszwischenkreis speist dann wieder ein ganz “normaler” Wechselrichter ins Netz ein. Typische Vertreter dieser Gattung sind die Wechselrichter von SMA vom Typ SMASB4200TL und 5000TL sowie der Zentralwechselrichter von Solutronic oder die Geräte von Danfoss.

5. Ist die Photovoltaikanlage größer als 4,6kW groß und soll mit nur einem Wechselrichter betrieben werden?

In diesem Fall muss man auf einen Drehstromwechselrichter zurückgreifen, der die erzeugte Solarleistung gleichmäßig auf alle drei  Netzphasen verteilt. Die Wechselrichter von Kostal wären hier als Beispiel zu nennen. Eine Zwischenlösung bieten hier noch zweiphasige Wechselrichter. Das sind im Prinzip zwei einphasige Geräte, die in einem Gehäuse untergebracht sind. Der östereichische Hersteller Fronius hat solche Geräte im Programm.

Wechselrichterstation mit mehreren Stringwechselrichtern

Wenn man diesen Fragekatalog sorgfältig durchgegangen ist, dürfte man dem in Frage kommenden Wechselrichter schon ein erhebliches Stück näher gekommen sein. Im nächsten Durchgang gilt es dann – wenn der Wechselrichter ausgewählt wurde – die genaue Auslegung durchzuführen und festzulegen, wie viele Module in Reihe geschaltet werden sollen, wie viele Stränge man bilden möchte und wie diese dann mit dem Wechselrichter verbunden werden sollen.

Das wird Thema des nächsten Beitrags sein …

Photovoltaikplanung mit Google Sketchup Version 6.4 (Videoanleitung)

Im ersten Teil unserer kleinen Knowhow Reihe hatten wir ja bereits gezeigt wie man am Besten an die Maße eines Daches herankommt und welche Daten für die weitere Planung wichtig sind. In diesem Beitrag möchten wir zeigen, wie man aus einer Dachskizze und zwei kostenlos im Internet verfügbaren Software-Werkzeugen ein Photovoltaikdach planen kann. Ist das Modell erstmal erstellt kann man damit sogar eine einfache Verschattungsanalyse durchführen.

Um ein Photovoltaikdach zu planen kann man zwei kostenlos im Internet zur Verfügung stehende Softwarewerkzeuge verwenden. Google Earth und Google Sketchup. Mit Google Earth kann man den Standort des betrachteten Gebäudes aufsuchen und mit einem Mausklick kann man sowohl das Luftbild dieses Standortes als auch die geographischen Daten des Ortes in Google Sketchup übernehmen. Google Sketchup (für alle die es noch nicht kennen) ist die 3D Modellierungssoftware von Google. In Google Earth kann man ja bereits einige Städte bewundern in denen man bei eingeschalteter Option „3D Gebäude“ einen virtuellen Rundgang machen kann. Die Gebäude in diesen Städten sind in der Regel mit Google Sketchup erstellt. Man kann mit der Software jedoch noch weitaus mehr anstellen.

Die folgende Serie mit Videoanleitungen soll einmal exemplarisch zeigen, wie man mit Google Sketchup ein maßstabsgetreues Abbild eines Gebäudes schaffen kann. Auf diesem Gebäude werden anschließend verschiedene Solarmodule platziert um auszuprobieren welche Solargeneratoren man montieren könnte. Damit kann dann natürlich auch die Frage nach der möglichen Anlagengröße in Wp auf einem bestimmten Dach beantwortet werden. Am Ende soll’s dann sogar eine kleine Verschattungssimulation geben mit deren Hilfe man sehen kann zu welcher Jahres und Tageszeit ein bestimmtes Objekt (in diesem Fall ein Schornstein) einen Schatten auf das betrachtete Dach wirft. Wer sich zunächst einmal grundsätzlich in Google Sketchup einarbeiten möchte, dem seien die Videotutorials von Aidan Chopra empfohlen. Aidan kommt vom Google Sketchup Team und hat das Programm in seinem Buch „Google Sketchup for Dummies“ und mit seinen YouTube Videos ausführlich beschrieben. Weiterhin kann man sich noch bei http://www.youtube.com/user/4sketchupgo2school oder bei http://www.youtube.com/user/SketchUpVideo umschauen. Dort gibt es auch viele gute Tipps, die Videos sind allerdings alle bisher leider nur in englischer Sprache verfügbar.

Im ersten Video des Photovoltaik Planungsworkshops zeigen wir Ihnen wie man Daten aus Google Earth nach Google Sketchup übernimmt und in Google Sketchup zunächst den Grundriss des Gebäudes zeichnet:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im zweiten Video kann man sehen, wie aus dem Grundriss ein einfaches maßstäbliches Modell des Gebäudes wird:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im dritten Video werden noch zwei Schornsteine und ein Dachfenster eingezeichnet:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im vierten Video werden nun Solarmodule auf dem Dach platziert, deren Anzahl dann Aufschluss über die maximal mögliche Photovoltaikleistung in Wp gibt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im Video-Beispiel wurden 256 Module auf dem Dach platziert. Module mit 72 Stck. 5″ Zellen haben in der Regel eine Leistung zwischen 165Wp und 180Wp, so dass die Solargeneratorleistung die auf dem Dach montiert werden kann zwischen 256*165Wp = 42,24kWp und 256*180Wp = 46,08kWp liegt.

Im fünften und vorletzten Video wird ein zweiter Solarmodultyp auf dem Dach platziert und man kann sehen, wie man zwischen den beiden Varianten hin- und herschalten kann.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im letzten Teil der Videoanleitung wird gezeigt wie man die Sonne über das Modell ziehen lassen- und so den genauen Verlauf der Schatten verfolgen kann. Man kann damit für jeden Tag des Jahres und jede Uhrzeit des jeweiligen Tages den genauen Schattenwurf z.B. der Schornsteine überprüfen. Aus den verschiedenen Verschattungssituationen kann man anschließend eine kleine Animation erstellen, die man als .avi Videodatei exportieren kann.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Hier finden Sie noch einmal einige weiterführenden Links zu Google Sketchup:

Video Tutorials (englisch):

http://www.youtube.com/user/SketchUpVideo#g/c/F001616C0ADF4245

http://www.youtube.com/user/SketchUpVideo#grid/user/E480605E31C66C19

http://www.youtube.com/user/SketchUpVideo#grid/user/B62D27FCCF0C34C7

Von Aidan Chopra aus dem Google Sketchup Team (englisch):

http://www.youtube.com/user/aidanchopra#grid/user/A83D5589FAC9A774

http://www.youtube.com/user/aidanchopra#grid/user/107E061EA96DF49F

http://www.youtube.com/user/aidanchopra#grid/user/04FEEE0B6E42546A

The sketchup show (englisch):

http://www.youtube.com/user/4sketchupgo2school

Sketchupbasecamp – längere Seminare über Google Sketchup (englisch)

http://www.youtube.com/user/sketchupbasecamp

Photovoltaikplanung mit Google Sketchup (deutsch):

http://www.youtube.com/user/photovoltaikbuero#g/c/FC3DA58C56C1353E

Hier finden Sie einige Solarmodulmodelle die Sie direkt in Google Sketchup herunterladen können:

http://sketchup.google.com/3dwarehouse/cldetails?mid=fe967225189c0ec8a256e0889a6784ff

13. Schönauer Stromseminar

Am letzten Wochenende fand in Schönau im Schwarzwald mal wieder ein Stromseminar der Schönauer Stromrebellen (Elektrizitätswerke Schönau EWS) statt. Dieses Treffen von engagierten Menschen aus der ganzen Republik dient einmal im Jahr dem Gedanken-Austausch im Themenbereich Atomausstieg, Erneuerbare Energien und Energiewende. Für uns war es darüber hinaus einmal wieder ein Treffen mit langjährigen Freunden. Wir begleiten die Schönauer inzwischen schon seit mehr als 10 Jahren auf Ihrem Weg zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Stromversorgung.

Wie immer waren auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Referenten eingeladen. Unter anderem Prof. Peter Hennicke vom Wuppertal Institut, Thomas Jorberg von der GLS Bank in Bochum, sowie Dr. Gerd Rosenkranz von der deutschen Umwelthilfe.

Doch wie immer gab’s in Schönau nicht nur interessante Referate sondern auch jede Menge Ideen und Initiativen, wie man die Energiewende vorantreiben könnte.

Am wichtigsten scheinen hierbei zwei Aktivitäten. Die erste wurde von Michael Sladek während der Diskussionsrunde am Samstag Nachmittag vorgestellt und betrifft den Kauf von Anteilen an der Thüga. Die Thüga ist ein Teil des E.ON Konzerns in dem die Beteiligungen von E.ON an regionalen Stadtwerken gebündelt sind. Um einem Kartellverfahren zuvor zu kommen will E.ON diese Tochter nun verkaufen. Hierbei entstand im Umfeld der Stromrebellen die Idee einen Anteil der Thüga zu erwerben um dadurch Bürger direkt wieder mehr an Ihrer Stromversorgung zu beteiligen. Nähere Informationen zur Initiative findet man hier …

Zweiter Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung war die Vorstellung der neuen Kampagne zum schnellst möglichen Ausstieg aus der Atomenergie, die in Schönau vorgestellt wurde. Unter dem Titel „WRACK AB – 100 gute Gründe für den Atomausstieg“ haben die Schönauer umfangreiches Informationsmaterial zusammengestellt um darzulegen warum es gerade jetzt so wichtig ist den Atomausstieg weiter voranzutreiben und warum ein entschlossener Ausbau der Erneuerbaren Energien und der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung nur möglich sein wird, wenn man die zentralen Großkraftwerksstrukturen beendet. Ein Video mit der Vorstellung des Projektes durch Ursula Sladek (Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau) finden Sie neben.

Die Kampagne ist unter der Internetseite www.100-gute-gruende.de im Internet zu erreichen und startet offiziell am 1.7.2009 um 12:00 Uhr in Berlin.